Syrien: Rettung für die Menschen in Ost-Ghuta | Aktuell Nahost | DW | 27.12.2017
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Bürgerkrieg

Syrien: Rettung für die Menschen in Ost-Ghuta

Es ist eines der letzten Gebiete, die sich noch in der Hand der syrischen Rebellen befinden. Um so schwieriger ist es derzeit, den Menschen dort zu Hilfe zu kommen. Aber den Überlebenden läuft die Zeit davon.

Helfer haben in dem belagerten Rebellengebiet von Ost-Ghuta östlich von Damaskus damit begonnen, schwerkranke Menschen in Sicherheit zu bringen. Personen in "kritischer" Verfassung würden nun aus dem von Regierungstruppen umstellten Ost-Ghuta gebracht, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mit. Nach Angaben der Syrisch-Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft (SAMS) wurden in der Nacht die ersten vier Patienten aus dem umkämpften Gebiet gebracht - 29 weitere hilfsbedürftige Menschen sollten bald folgen. Insgesamt gebe es in Ost-Ghuta noch mehr als 600 Männer, Frauen und Kinder, deren Zustand ernst sei.

Konvois kamen nur selten durch

Die überwiegend islamistischen Aufständischen in der Gegend werden seit vier Jahren von Regierungstruppen belagert. Dort sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 400.000 Menschen eingeschlossen. Hilfskonvois der Vereinten Nationen kamen nur selten durch. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hatte der syrischen Führung im Oktober indirekt vorgeworfen, die Menschen möglicherweise absichtlich hungern zu lassen. Seit Jahren haben die Bewohner der Gegend kaum noch Lebensmittel oder Medikamente.

Syrien Ost-Ghouta Zerstörung (Reuters/B. Khabieh)

Zerstörungen in Ost-Ghuta

Anlaufstellen für die Erkrankten sind nun die Krankenhäuser der Hauptstadt Damaskus, wie die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Roter Halbmond Organisationen mitteilten. Auf Fotos sind Krankenwagen zu sehen, die auf ihre Patienten warten. Möglich wurde das, weil unterdessen in der Region eine sogenannte Deeskalationszone ausgerufen wurde, in der eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelten soll. In den vergangenen Wochen nahm dort die Gewalt aber wieder zu. Insofern drängt die Zeit.

ml/stu (dpa, AFP)