Syrien: 69 Journalisten sind in Gefahr | Aktuell Nahost | DW | 17.07.2018
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Reporter ohne Grenzen warnt

Syrien: 69 Journalisten sind in Gefahr

Ohne unabhängige Berichte erfahren wir niemals, was in den syrischen Kriegswirren wirklich vor sich geht. Doch für die Journalisten ist Syrien das gefährlichste Land der Welt. Viele von ihnen sind gerade in größter Not.

"Den Journalisten droht Lebensgefahr, wenn sie in die Hände der Regierungstruppen gelangen", erklärte Christian Mihr, Geschäftsführer der Organisation 'Reporter ohne Grenzen' (ROG). Unter den 69 eingeschlossenen Journalisten sind Mitarbeiter syrischer Fernsehsender, der internationalen Nachrichtenagenturen AFP und Reuters sowie Korrespondenten lokaler Nachrichtenseiten.

Die Journalisten sind eingeschlossen. Die syrische Armee hatte am 19. Juni mit Unterstützung Russlands eine groß angelegte Militäroffensive in den südlichen Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida gestartet. Seitdem haben syrische Militärs die Kontrolle über weite Teile des Süden Syriens wiedererlangt. Die Reporter sind laut ROG in den noch nicht von der syrischen Armee eingenommenen Teilen entlang der entmilitarisierten Zone zwischen Syrien und den von Israel besetzten Golan-Höhen eingeschlossen. Israel lässt niemanden über die Grenze, die südliche Grenze nach Jordanien wird von der Armee kontrolliert.

Journalisten werden als Regierungsgegner eingestuft

Den Journalisten drohe Verhaftung, Folter und eventuell Hinrichtung, sobald die Regierungstruppen die gesamte Region kontrollieren, erklärte ROG. Viele von ihnen hat Syrien als Regierungsgegner eingestuft, auch weil sie seit Beginn des Bürgerkrieges über die Proteste gegen die Regierung berichtet haben. 

ROG ist schon am 11. Juli aktiv geworden und hat sich in einem Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres und die Regierungen in Israel und Jordanien gewendet. Um die eingeschlossenen Reporter zu retten könnte ein humanitärer Korridor oder eine diskrete Ausreise in die Nachbarländer helfen, erklärte ROG.

Syrien ist nach Angaben der Organisation seit Jahren für Journalisten das gefährlichste Land der Welt. Im syrischen Bürgerkrieg seien bislang 130 Pressevertreter gestorben. Zudem befänden sich sieben Journalisten und 15 Blogger in Haft. Neben der Regierung von al-Assad gingen auch andere Bürgerkriegsparteien gewaltsam gegen Berichterstatter vor.

nob/jb (afp,dpa)

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