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Switolina gewinnt WTA-Finale

28. Oktober 2018

Die Ukrainerin Jelnia Switolina entscheidet das Saison-Finale der besten Tennisspielerinnen für sich. In Singapur schlägt sie die Kerber-Bezwingerin.

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Tennis WTA in Singapur Elina Svitolina - Sloane Stephens
Bild: Reuters/E. Su

Die Ukrainerin Jelina Switolina hat beim Saisonfinale der acht weltbesten Tennisspielerinnen den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Die 24-Jährige, die noch nie das Viertelfinale eines Grand Slams überstanden hat, triumphierte im Endspiel von Singapur nach 2:23 Stunden mit 3:6, 6:2, 6:2 über Sloane Stephens. Die US-Amerikanerin hatte am Freitag im letzten Gruppenspiel Wimbledonsiegerin Angelique Kerber rausgeworfen.

Switolina ist die erste Ukrainerin, die den letzten Höhepunkt im Kalender der Damentour für sich entscheidet, nach dem Matchball liefen ihr  Freudentränen über das Gesicht. Stephens (25) verpasste es dagegen, in die Fußstapfen ihrer berühmten Landsfrauen zu treten. Chris Evert (4 Titel), Serena Williams (5) und Rekordsiegerin Martina Navratilova (8) hatten das seit 1972 ausgetragene Turnier jahrelang beherrscht.

So wie auch Steffi Graf, die den letzten ihrer fünf Titel 1996 im Madison Square Garden von New York holte. Die 22-malige Grand-Slam-Siegerin bleibt mindestens ein weiteres Jahr die letzte deutsche Siegerin beim Saisonfinale, weil Kerber auch in Singapur die Form aus dem Sommer nicht wiederfand und sich nach nur einem Sieg über US-Open-Siegerin Naomi Osaka (Japan) nach der Gruppenphase in den verdienten Urlaub verabschiedete.

Kerber mit Luft nach oben

Nach ihrer "zweitbesten Saison" wartet auf die 30 Jahre alte Kielerin jedoch noch ein wenig Arbeit abseits des Platzes. Ein neuer Coach muss her, nachdem die Liaison mit dem Belgier Wim Fissette trotz des deutlichen Aufschwungs im Jahr 2018 vor der Abreise nach Singapur in die Brüche gegangen war. Ziele hat Kerber genug, darunter auch der noch fehlende Grand-Slam-Triumph auf der ungeliebten Asche der French Open. "Ich weiß, dass ich noch Luft nach oben habe. Ich kann eine noch bessere Angie werden", sagte Kerber.

Das muss sie wohl auch, um in Zukunft weiter mit Spielerinnen wie Stephens oder Switolina konkurrieren zu können. Während Kerber nach der Erfüllung ihres Kindheitstraums in Wimbledon die Puste ausging, war bei beiden Finalistinnen kein Kräfteverschleiß zu bemerken, dabei hatten beide noch am Samstag stundenlange Halbfinals bestritten. Switolina bezwang die Niederländerin Kiki Bertens 7:5, 6:7 (5:7), 6:4, Stephens setzte sich nach einem Fehlstart gegen Karolina Pliskova aus Tschechien 0:6, 6:4, 6:1 durch.

Die größeren Reserven am Ende des zweieinhalbstündigen Finals besaß Switolina, die mit dem Rückenwind aus Singapur im Jahr 2019 ihre Grand-Slam-Schwäche beheben will. Ihr Vorbild heißt Caroline Wozniacki: Die Dänin hatte im vergangenen Jahr das Saisonfinale und im Januar darauf bei den Australian Open in Melbourne erstmals ein Majorturnier gewonnen.

to/sw (sid, dpa)