Suomen Saksanopettajat ry | Porträts der IDV-Lehrerverbände | DW | 21.05.2019
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Porträts Lehrerverbände

Suomen Saksanopettajat ry

Gemeinsam sind wir stark: Das ist das Motto des finnischen Deutschlehrerverbands. Denn er versammelt sich gemeinsam mit den anderen Fremdsprachenverbänden Finnlands unter einem Dach. Eine Strategie mit Erfolg.

Kirsi Aaltonen-Kiianmies ist seit drei Jahren die Vorsitzende des finnischen Deutschlehrerverbands. Deutschlehrerin ist sie seit der Zeit der Dinosaurier", wie sie selbst sagt. Seit 1987 unterrichtet sie die deutsche Sprache und hat das Interesse für die Sprache und Kultur nie verloren.

Deutsche Welle: Frau Aaltonen-Kiianmies, Sie sind eine begeisterte Deutschlehrerin, woher kommt diese Freude an der Sprache?

Kirsi Aaltonen-Kiianmies: Die Freude hatte ich schon von Beginn an. Als Deutschlehrerin muss man selbst Interesse für die deutsche Sprache und Kultur haben, um das dann auch an die Schülerinnen und Schüler weitergeben zu können. Wenn man selbst enthusiastisch ist, dann merken die Schüler das.

Und wenn Sie an Ihren Arbeitsalltag mit den Schülern denken, was macht Ihnen da besonders Spaß?

Die Kulturinhalte wie zum Beispiel vor Weihnachten oder Nikolaus. Ich unterrichte Grundschulkinder ab der zweiten Klasse und die Kleinen haben sehr viel Freude an den kulturellen Dingen: Im Winter ist das Weihnachten, im Frühling Ostern. Und wenn man die Kultur mit der Tradition und auch der Sprache verbindet – also Spiele spielt und singt oder Videos schaut, wie deutsche Kinder Weihnachten vorbereiten –, dann sind die finnischen Kinder sehr interessiert. Das alles weiterzugeben und zu diskutieren, macht einfach Spaß. Ich baue sehr viele Aktivitäten und Spiele und viele mündliche Elemente in meinen Unterricht ein. Aber auch an Grammatik habe ich großen Spaß. Das muss auch sein.

Audio anhören 00:22

Kirsi Aaltonen-Kiianmies (rechts) erzählt von einem schönen Deutschlehrererlebnis

Der finnische Deutschlehrerverband arbeitet ja unter einem großen Dachverband aller Fremdsprachenverbände. Wie funktioniert die Zusammenarbeit da konkret?

In dem Vorstand des Dachverbands haben alle Fremdsprachen ein Mitglied. Der Dachverband arbeitet dann für alle Sprachen zusammen. Er nimmt beispielsweise Stellung zu Regierungsreformen. Für jede Fremdsprache gibt es Angestellte, die für diese Sprache arbeiten. Im Deutschlehrerverband sind wir ja alle Lehrer, wir machen alles ehrenamtlich. Wir hätten gar keine Zeit, uns neben dem Unterricht noch so intensiv einzubringen. Wir müssen in der Schule arbeiten. Der Dachverband aber hat Leute, die Minister oder Botschafter treffen können und da für unsere Interessen eintreten.

Wir Fremdsprachenverbände können stets Initiativen vorschlagen: Wenn wir zum Beispiel mit einer Reform unzufrieden sind, dann geben wir das an den Dachverband weiter, und der wendet sich dann mit unserem Anliegen beispielsweise an den Minister.

Wie ist das dann im Deutschlehrerverband? Was ist Ihre wichtigste Aktivität?

Wir wollen aktiv sein, sodass die Mitglieder auch etwas vom Verband haben. Zu unseren Aktivitäten gehören zum Beispiel Weiterbildungstage, die wir immer samstags veranstalten, da es an einem Arbeitstag heutzutage leider sehr schwierig ist, frei zu bekommen. Die Themen sind beispielsweise das Abitur, also Themen, wo es ständig Neuerungen gibt.

Zudem haben wir bereits zweimal eine Deutschmesse organisiert. Das ist eine neue Form der Zusammenarbeit. Wir haben uns dafür mit der deutschen Schule, mit der deutschen Botschaft, mit allen finnischen deutschen Vereinen und deren Dachverband zusammengetan. Die Besucher der Messe waren vor allem Studierende und Deutschlehrer. Es gab auch Vorlesungen für die Deutschlehrer.

Finnland Sprachkurs l Veranstaltung des finnischen Deutschlehrerverbands (privat)

Ein Lehrerworkshop des finnischen Deutschlehrerverbands

Die Messe fand an der Deutschen Schule in Helsinki statt. Wir arbeiten sehr viel mit der Deutschen Schule zusammen, unter anderem in Workshops. Davon profitieren wir stark: Denn die Lehrer an der Deutschen Schule sind Muttersprachler, und da tut es uns Deutschlehrern aus Finnland gut, in den Workshops nur Deutsch zu reden. Denn wenn man zum Beispiel nur mit Zweit- und Drittklässlern rumläuft und den ganzen Tag nur „Hund“ oder „Katze“ sagt, dann braucht man auch mal das andere, das höhere Niveau.

Das sind ja viele tolle Veranstaltungen, haben Sie da überhaupt noch Ziele für die nahe Zukunft?

Ja natürlich, vor allem, was die Zusammenarbeit anbelangt. Die wollen wir weiter ausbauen. Finnland ist so ein kleines Land und die deutsche Sprache und Kultur ist gut präsent, zumindest in den Städten. Wie man an dem Messetag sehen kann, wollen sich viele Organisationen zusammentun für die deutsche Sprache und Kultur.

Davon profitieren alle: Wenn wir zum Beispiel einen Musiker oder ein Theaterensemble aus Deutschland einladen wollen, dann kostet das sehr viel Geld. Wenn wir uns aber zusammentun, dann bekommen wir ja eine ganze Tournee zusammen.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und der Botschaft wollen wir weiter intensivieren.

Das klingt nach sehr konkreten und tollen Plänen, die Sie haben. Zuletzt würde ich gerne noch einmal zurück zu Ihrem eigenen Deutschunterricht: Nutzen Sie auch die Angebote der DW?

Ja, das tue ich. In der Grundschule eher wenig, da die meisten Inhalte für die Kleinen noch nicht geeignet sind. Aber bei der Landeskunde nutze ich das sehr gerne. Videos brauchen wir zum Beispiel immer. Ganz toll finden wir natürlich EINSHOCH6 und das Bandtagebuch. Unser großer Traum ist es ja, EINSHOCH6 einmal nach Finnland zu bekommen. Vor zwei Jahren waren wir bei der Internationalen Deutschlehrertagung in Freiburg in der Schweiz, und da haben wir die Jungen von EINSHOCH6 kennengelernt, das ist schon ein Traum, aber das alles kostet ja leider so viel. Solange wir noch nicht so weit sind für eine Tournee in Finnland, gucken wir also die Jungs auf dem Video.

Und genau so was wie diese Videos braucht man auch, so was interessiert die Kinder und Jugendlichen. Ich finde die Stimmung und die Einstellung toll: Deutsch ist cool, das macht Spaß, genau so was brauchen wir jetzt.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der finnische Deutschlehrerverband (Suomen Saksanopettajat) besteht seit 1955, hat 1021 Mitglieder und vereint alle Regionen Finnlands unter einem Dach. Das Motto der Finnen: „Zusammen ist mehr!“ Die Vorstandsmitglieder kommen aus den verschiedenen Regionen Finnlands.

Vorstandsgremium:
• Kirsi Aaltonen-Kiianmies (Vorsitzende)
• Minna Närvä, Helsinki (Vizevorsitzende, Materialien für die Grundschule)
• Heidi Hertell, Tampere (Materialien für die Grundschule und Kontaktlehrerin für die jungen Deutschlehrer)
• Pia Hägglund-Viljanen, Nurmijärvi (Materialien und Testpakete für die gymnasiale Oberstufe und für das Abitur)
• Jonna Höckert, Pori (Materialien für die Grundschule)
• Anne Lohiniva, Lempäälä (Materialien und Testpakete für die gymnasiale Oberstufe und für das Abitur, Kontaktlehrerin für die jungen Deutschlehrer)
• Päivikki Läksy, Oulu (Materialien und Testpakete für die gymnasiale Oberstufe und für das Abitur)
• Päivi Mäkinen, Hyvinkää (Materialien für die Grundschule)
• Johanna Snellman, Helsinki (Materialien und Testpakete für die gymnasiale Oberstufe und für das Abitur)
• Sofia Steiger, Tampere (Materialien und Testpakete für die gymnasiale Oberstufe und für das Abitur)
• Katrina Vartiainen, Turku (Materialien und Testpakete für die gymnasiale Oberstufe und für das Abitur)
• Nicole Myyryläinen (Sekretärin und Kassenwart)

IDV-Kontaktperson: Kirsi Aaltonen-Kiianmies; info [at] suomensaksanopettajat.fi | Kirsi.Aaltonen-Kiianmies [at] staff.uta.fi

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