Sudan: Protest vor dem Armeehauptquartier | Aktuell Afrika | DW | 06.04.2019
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Ostafrika

Sudan: Protest vor dem Armeehauptquartier

Im Sudan sind wieder Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um den Rücktritt von Präsident Al-Baschir zu fordern. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Mindestens ein Mensch starb.

Die Organisatoren hatten dazu aufgerufen, zum Armeehauptquartier in der Hauptstadt Khartum zu marschieren, das sich in der Nähe der Residenz von Präsident Omar al-Bashir befindet. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräfte war im Einsatz und ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, die sich aus verschiedenen Richtungen dem Areal näherten. Dem Großteil der Menschenmasse gelang es dennoch die Tore des Geländes zu erreichen. Dabei war immer wieder der Slogan "Eine Armee, ein Volk" zu hören.

Bei den Protesten am Samstag kam laut Agenturberichten mindestens ein Mensch ums Leben. Es habe sich um einen Sanitäter gehandelt, hieß es. 

Sudan Anti-Regierungsproteste in Khartum (Getty Images/AFP)

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, steigende Lebensmittelpreise und Treibstoffengpässe verursacht zu haben

Seit Dezember finden immer wieder regierungskritische Demonstrationen in dem ostafrikanischen Land statt. Die Protestierenden beschuldigen Baschirs Regierung, die Wirtschaft schlecht zu verwalten, was zu steigenden Lebensmittelpreisen und regelmäßiger Verknappung von Treibstoff und Fremdwährung geführt hat.

Sudan Weiterhin Proteste | (Reuters/M. Nureldin Abdallah)

Für Staatschef Omar al-Baschir stellt die Protestwelle die größte Herausforderung seit seiner Machtübernahme 1989 dar

Im Februar verhängte Baschir einen landesweiten Ausnahmezustand, um die Proteste zu unterdrücken. Seitdem beschränken sich die Demos weitgehend auf die Hauptstadt. Die Organisatoren hatten den 6. April bewusst gewählt für die Kundgebungen, weil dies der Jahrestag der Massendemonstrationen von 1985 ist. Diese hatten dazu geführt, dass das Militär den damaligen Präsidenten Jaafar Nimeiri stürzte.

uh/rb (afp, rtr)

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