Studenten protestieren in Bangladesch | Aktuell Asien | DW | 05.08.2018
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Über 100 Verletzte

Studenten protestieren in Bangladesch

Die studentischen Proteste in Dhaka reißen nicht ab - auch am Sonntag gingen wieder Tausende Studenten auf die Straße. Jetzt hat die Regierung die mobilen Netzwerke für 24 Stunden in der Hauptstadt abgeschaltet.

Alle 3G- und 4G-Netzwerke seien auf Anweisung der Regierung für zunächst 24 Stunden außer Betrieb, bestätigte die Aufsichtsbehörde für Telekommunikation. Zehntausende Jugendliche demonstrieren in Dhaka seit Tagen für mehr Verkehrssicherheit, nachdem zwei Teenager von einem Bus mit überhöhter Geschwindigkeit überfahren und getötet worden waren. Dhaka gilt weltweit als eine der Städte mit dem größten Verkehrschaos.

Premierministerrin rief Studenten auf, nach Hause zu gehen

Zuletzt brachten die Jugendlichen die Stadt zum Stillstand. Die Polizei setzte laut Medienberichten Tränengas und Plastikgeschosse gegen die Demonstranten ein. Zudem gingen Sicherheitskräfte der regierenden Awami Liga gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Allein am vergangenen Samstag seien mehr als 100 Jugendliche verletzt worden, hieß es.

Premierministerin Sheikh Hasina forderte die Demonstranten auf, "nach Hause zu gehen und ihre Studien wieder aufzunehmen", wie die staatliche Nachrichtenagentur BSS berichtete. Die Regierungschefin sei um die Sicherheit der Demonstranten besorgt. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsorgane seien nicht näher genannte "dritte Kräfte" dabei, sich unter die Studenten zu mischen, um deren Proteste für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Die politische Lage in Bangladesch ist vor den Ende des Jahres geplanten Wahlen äußerst angespannt. Die Vorsitzende der religiös-konservativen Nationalistischen Partei von Bangladesch (BNP), Begum Khaleda Zia, sitzt seit Februar wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft. Die ehemaligen politischen Verbündeten Zia und Sheikh Hasina gelten als Erzfeindinnen. Zia boykottierte die Parlamentswahl 2014; ihre BNP ist seitdem nicht im Parlament vertreten.

nob/sam (kna, ap)