Studenten-Oscar für Hamburger Filmemacher | Filme | DW | 18.09.2015
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Filme

Studenten-Oscar für Hamburger Filmemacher

Dass der Studenten-Oscar in diesem Jahr in die Bundesrepublik geht, stand bereits seit einigen Wochen fest, weil alle drei Nominierten aus Deutschland kommen. Zum Goldjungen wurde am Donnerstag Ilker Çatak.

Studenten Oscar Ilker Catak Patrick Vollrat Dustin Loose Bildkombo

Ilker Catak (Gold), Patrick Vollrat (Bronze), Dustin Loose (Silber)

Der deutsche Nachwuchsregisseur Ilker Çatak hat in Los Angeles den Studenten-Oscar in Gold gewonnen. Der 31-Jährige erhielt die Auszeichnung am Donnerstagabend (17.09.2015) in Beverly Hills in der Kategorie "Bester ausländischer Film" für sein Werk "Fidelity". Das teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit.

Den zweiten Preis bekam Dustin Loose von der Filmakademie Baden-Württemberg für den Kurzfilm "The Last Will", der im Original "Erledigung einer Sache" heißt. Bronze ging an den Niedersachsen Patrick Vollrath, jetzt an der Filmakademie Wien, für "Everything Will Be Okay" ("Alles wird gut"). Erst mit der Gala in Kalifornien wurde bekannt, wer mit Gold, mit Silber und wer mit Bronze geehrt wird.

Politische Situation in der Türkei

"Fidelity", auf Deutsch Treue oder Ehrlichkeit, ist Çataks Abschlussfilm an der Hamburg Media School. "Sadakat", so der der türkische Titel, spielt während der politischen Unruhen in der Türkei rund um den Taksim-Platz . Der Film wurde 2014 mit großem Risiko in Istanbul gedreht. Er erzählt von einer jungen Ärztin. Auf der Straße toben Krawalle zwischen Demonstranten und der Polizei. In einer spontanen Aktion bietet sie einem politischen Aktivisten Schutz - dadurch gerät auch ihre Familie ins Visier der Polizei. "Es geht um Mut und es geht um Haltung und darum, dass man zu gewissen Dingen steht im Leben", hatte der 31-Jährige Çatak gesagt. "Ich habe einfach das Bedürfnis gehabt, einen Film zu machen, der die politische Situation in der Türkei aufgreift."

Studenten - Oscar

Der Studenten-Oscar

Kindheit an Spree und Bosporus

Çatak wurde 1984 in Berlin geboren. Als er zwölf war, zog seine Familie nach Istanbul, nach dem Abitur kehrte er nach Deutschland zurück. Er lernte erst in Berlin und dann in Hamburg das Filmhandwerk und verdiente unter anderem mit Werbefilmen Geld. Als Vorbild bezeichnet er den türkischstämmigen Hamburger Regisseur Fatih Akin ("Gegen die Wand"). In Los Angeles war er in diesem Jahr schon zum zweiten Mal. Er hatte seinen Film schon beim Palm Springs Festival im Januar gezeigt. Bereits 2014 war Çatak für seinen Film "Wo wir sind" für den Studenten-Oscar nominiert, ging damals aber leer aus.

Die Studenten-Oscars sind die Ableger des wichtigsten Filmpreises der Welt für den Nachwuchs. "Filme von internationalen Filmhochschulen" werden seit 1972 von der US-amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) vergeben. Neu ist, dass alle Gewinner automatisch für die Einreichung zu den 88. Academy Awards qualifiziert sind.

kk/suc (dpa, ndr)

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