Streikwelle: Auch Goldminen-Kumpel legen Arbeit nieder | Aktuell Afrika | DW | 03.09.2013
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Aktuell Afrika

Streikwelle: Auch Goldminen-Kumpel legen Arbeit nieder

Im Kampf für höhere Löhne sind Bergarbeiter in Südafrikas Goldminen wieder in den Ausstand getreten. Ihre Gewerkschaft will 60 Prozent höhere Einstiegsgehälter. Mit dem Konflikt fordert sie auch Präsident Zuma heraus.

Unmittelbar vor Streikbeginn hatte Präsident Jacob Zuma noch eindringlich eine Verhandlungslösung angemahnt, damit Afrikas größte Volkswirtschaft keinen Schaden nimmt. Mit dem Ausstand in den Goldminen setzt sich eine Streikwelle fort, die zuvor schon die Bau-, Automobilindustrie und Luftfahrt des aufstrebenden Schwellenlandes erfasst hatte. Auch der deutsche Autobauer BMW war betroffen.

Mitglieder der National Union of Mine (NUM) am 27.8.13, Foto: REUTERS

Südafrika wird derzeit von einer Streikwelle erfasst, nicht nur die Kumpel beteiligen sich

Der Streik habe am Dienstag begonnen, sagte eine Sprecherin der Gruben-Betreiber. Wie viele Kumpel nicht unter Tage gefahren seien und welche Bergwerke genau bestreikt würden, könne sie aber noch nicht sagen. Voraussichtlich dürften alle großen Goldproduzenten wie AngloGold Ashanti, Gold Fields, Harmony Gold und Sibanye von dem Arbeitskampf betroffen sein.

Die Schere zwischen Forderung und Angebot ist riesig

Zum Streik in den Goldminen aufgerufen hat die Gewerkschaft NUM, die knapp zwei Drittel der insgesamt rund 120.000 dort Beschäftigten vertritt. Sie fordert rund 60 Prozent höhere Einstiegsgehälter, was die Arbeitgeber bisher als unrealistisch ablehnen. Sie bieten ein Plus von höchstens 6,5 Prozent und damit etwas mehr als ein Zehntel dessen, was die Gewerkschaft zur Forderung gemacht hat.

Im August 2012 hatte es in einer Platinmine in Südfrika ein Blutbad gegeben. Zunächst hatten rivalisierende Gewerkschaften ihre Mitglieder mit Speeren und Macheten aufeinander gehetzt und gegen die Sicherheitskräfte. Zehn Menschen starben, darunter zwei Polizisten. Nach einer Woche, am 16. August, kam es dann zu einem noch größeren Blutbad: Die Polizei schoss in die aufgeheizte Menge und tötete 34 Kumpel.

haz/SC (rtr, afp, epd)

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