Streik im Sudan beendet - Neuer Anlauf für Verhandlungen | Aktuell Afrika | DW | 11.06.2019
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Äthiopien will vermitteln

Streik im Sudan beendet - Neuer Anlauf für Verhandlungen

Zwischen der Militärregierung und der Opposition des afrikanischen Landes soll es neue Verhandlungen geben. Die Opposition will, dass die Militärs Macht an eine zivile Übergangsregierung abgeben.

Khartum Landesweiter Streik im Sudan (picture-alliance/AP/dpa)

In Khartum blieben während des Streiks viele Läden geschlossen

Die Opposition im Sudan hat zudem ihren am Sonntag begonnenen Streik beendet. Sie will nun mit Hilfe eines äthiopischen Mediator erneut mit der Militärführung verhandeln. Das sagte Madani Abbas Madani, ein führender Vertreter des oppositionellen Gewerkschaftsbündnisses SPA, das die Massenproteste der vergangenen Monate organisiert hat.

BG Sudan Proteste General Shamseddine Kabbashi mit dem Anführer der Proteste Madani Abbas (Getty Images/AFP/E. Hamid)

Im Mai hatten General Shamseddine Kabbashi (links) und der Anführer der Proteste, Madani Abbas, bereits Gespräche geführt.

Wer hat im Land künftig das Sagen?

Zunächst hatte es geheißen, der Streik werde so lange fortgesetzt, bis die Militärführung die Macht an eine zivile Übergangsregierung übergebe. Am Dienstag blieben in der Hauptstadt Khartum daher noch viele Läden geschlossen, nur einige öffneten wieder.

Bei den Verhandlungen soll es jetzt um die Einrichtung eines so genannten "Souveränen Rats" gehen. Er soll das höchste Organ einer künftigen Übergangsregierung sein.

Kampf um die Macht geht weiter

Nach monatelangen Massenprotesten wurde Sudans Langzeitmachthaber Omar al-Baschir im April von den Streitkräften abgesetzt. Seitdem verhandelten die Militärführung und die Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung, allerdings brachen die Gespräche dann ab.

Sudan April 2019 | Omar al-Baschir, Präsident (Reuters/M. Nureldin Abdallah)

Langzeitherrscher Omar al-Baschir wurde im April entmachtet

Streitpunkt war, wer letztendlich im "Souveränen Rat" das Sagen haben wird. Vergangene Woche lösten dann Sicherheitskräfte gewaltsam eine Sitzblockade in Khartum auf, dabei starben einem Ärzteverband zufolge mehr als 100 Menschen; mehr als 500 wurden verletzt. Die Opposition rief danach den Streik aus. Um zwischen den beiden Seiten zu vermitteln, reiste Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed am Freitag nach Khartum.

UN-Sicherheitsrat fordert Achtung der Menschenrechte

Der UN-Sicherheitsrat hat unterdessen die Gewalt gegen Zivilisten verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung forderte der Sicherheitsrat ein sofortiges Ende der Gewalt und eine Achtung der Menschenrechte. Das wichtigste Gremium der Vereinten Nationen rief die Militärführung in Khartum und die Protestbewegung zudem auf, für eine Lösung der Krise zusammenzuarbeiten.

bru/gri (dpa,afp)

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