″Streik fürs Klima″ in Australien | Aktuell Welt | DW | 30.11.2018
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Klimawandel

"Streik fürs Klima" in Australien

Tausende Schüler haben in Australien den Unterricht geschwänzt, um stattdessen gegen die Klimapolitik der Regierung zu demonstrieren. Eine Warnung von Premierminister Morrison ignorierten sie.

An Kundgebungen unter dem Motto "Strike 4 Climate" ("Streik fürs Klima") nahmen Schüler in allen größeren Städten Australiens teil. Bei ihren Aktionen forderten die Kinder und Jugendlichen wirksame Maßnahmen gegen die Erderwärmung. Der konservative Regierungschef Scott Morrison hatte sie zuvor ermahnt, in den Klassenzimmern zu bleiben.

"Unser Premierminister denkt, wir sollen gerade jetzt in die Schule gehen und vielleicht sollten wir das", sagte die 13-jährige Siniva Esera bei einer Kundgebung von mehr als tausend Schülern in Sydney. "Aber wie können wir danebensitzen und nichts tun, um die Zukunft dieses Planeten zu schützen", fragte sie.

"ScoMo" unter Druck

"Wenn wir den Temperaturanstieg nicht auf zwei Grad begrenzen, werden wir nicht das Great Barrier Reef haben, die Antarktis wird schmelzen und es wird keine Dinge wie Eisbären geben", betonte die elfjährige Lucie Atkin-Bolton. "Mein Leben wird so viel komplizierter sein als das Leben meiner Eltern, wegen einer einfachen Sache: Klimawandel."

Scott Morrison (Reuters)

Wies Kritik an seiner Klimapolitik zurück: Scott Morrison

Ihrem Ärger über den scherzhaft "ScoMo" genannten Premier machten viele Schüler auf Transparenten Luft. Dort stand etwa: "Ich hasse ScoMo mehr als die Schule". Morrison hielt seinerseits den Schülern "Aktionismus" vor. "Was wir an den Schulen brauchen, ist mehr Lernen und weniger Aktionismus", sagte der Regierungschef.

Die Proteste richteten sich auch gegen den umstrittenen Ausbau einer der größten Kohleminen der Welt durch die indische Firma Adani im Bundesstaat Queensland. Adani hatte erst am Donnerstag bekräftigt, an dem Projekt festzuhalten.

Die "Strike 4 Climate"-Aktionen sind nach Angaben der Veranstalter von einer 15-jährigen Schwedin inspiriert, die aus Protest gegen den Klimawandel freitags nicht mehr zur Schule geht.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern gehört zu den Staaten mit schlechter CO2-Bilanz. Im Rahmen des Pariser Klimaschutz-Abkommens hatte es sich verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen deutlich zu reduzieren. Am kommenden Montag beginnt in Polen die 24. UN-Klimakonferenz.

wa/ehl (afp, dpa)

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