Stichwort: Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) | Aktuell Welt | DW | 05.04.2018
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Aktuell Welt

Stichwort: Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW)

Zuletzt hat sie im Fall des vergifteten Ex-Spions Skripal von sich Reden gemacht: Die Organisation soll prüfen, wer hinter der Attacke steckt. Ansonsten arbeitet sie eher unauffällig im Hintergrund. Was ist die OPCW?

OPCW - diese Abkürzung, die für "Organisation für das Verbot chemischer Waffen " steht, kennen wohl nicht viele. Dabei hat die OPCW eine nicht ganz unerhebliche Aufgabe: Die Welt von chemischen Waffen freihalten. Konkret überwacht die OPCW die Einhaltung und Umsetzung der Chemiewaffenkonvention der Vereinten Nationen von 1997. Diese verbietet den Unterzeichnerstaaten Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz chemischer Waffen.

Die OPCW hat sowohl das Ziel, alle existierenden chemischen Waffen zu zerstören als auch das Entstehen neuer C-Waffen zu verhindern. Länder können sich zudem von der Organisation beraten lassen, wie sie sich gegen derartige Bedrohungen schützen können. Mittlerweile gehören 192 Staaten der OPCW an, nur Ägypten, Israel, Nordkorea und der Südsudan fehlen noch.

Friedensnobelpreis für eine gefährliche Mission

Der Sitz der OPCW ist in Den Haag. Dort ist nun auf Wunsch von Moskau auch der Exekutivrat der Organisation zusammengekommen. Diesem Gremium gehören Inspektoren aus 41 Ländern an. Sie sind zu unangemeldeten Besuchen in Militäranlagen, zivilen Industriebetrieben und Laboratorien befugt. Generaldirektor der OPCW ist aktuell der türkische Diplomat Ahmet Üzümcü. 

Die OPCW hält sich prinzipiell aus politischen Konflikten heraus und ist damit recht erfolgreich. Mehr als 96 Prozent der weltweit deklarierten Chemiewaffenbestände wurden bisher unter ihrer Aufsicht vernichtet. Dafür und insbesondere für ihren Einsatz in Syrien, wo OPCW-Inspektoren teilweise das Chemiewaffenarsenal des syrischen Regimes zerstörten - bekam die OPCW 2013 den Friedensnobelpreis. Die Auszeichnung war für die Öffentlichkeit, aber auch für die Organisation selbst eine Überraschung.

Auch jüngere Giftgasangriffe in Syrien hat die OPCW untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von Giftgas "unbestreitbar" sei. Die syrische Regierung wies die Vorwürfe indes zurück. 

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