Steinmeier fordert ″neues europäisches Selbstbewusstsein″ | Aktuell Europa | DW | 19.07.2018
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Europäische Union

Steinmeier fordert "neues europäisches Selbstbewusstsein"

Die antieuropäische Haltung von US-Präsident Trump schaffe nicht nur Risiken für die EU. Sie biete auch die Chance, an einem neuen Selbstverständnis zu arbeiten, erklärt der Bundespräsident in einem Interview.

Frankreich Bundespräsident Steinmeier besucht EU-Parlament (picture alliance/dpa/B. von Jutrczenka)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Besuch im EU-Parlament (Archivbild)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Europäische Union zur Geschlossenheit gegenüber den USA aufgerufen. Deren Präsident Donald Trump schaffe mit der Art und Weise, wie er Politik mache, "zweifellos Risiken für uns", sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse". Daraus müssten die Europäer Schlüsse ziehen.

"Wenn die Dinge eben so sind, wie sie sind, und wir Herrn Trump nicht ändern können, dann ist es Zeit für ein neues europäisches Selbstbewusstsein", so Steinmeier im Interview. Die Europäer sollten aufhören, sich zu sehr und dauerhaft auf Trump zu konzentrieren. "Das, was an transatlantischen Beziehungen gewachsen ist in sieben Jahrzehnten der Nachkriegszeit, ist viel zu wertvoll, um es preiszugeben, weil uns die Politik des gegenwärtigen amerikanischen Präsidenten missfällt."

Die Europäer müssten nicht nur überlegen, wie sie ihre Dauerkrise überwinden können, sagte der Bundespräsident. Es gehe auch darum, zu erkennen, dass selbst die großen europäischen Staaten in der Welt keine Rolle mehr spielen, wenn sie in Europa nicht zusammenhalten. Steinmeier zeigte sich aber zuversichtlich, was die Chancen eines engeren Zusammenrückens der Europäer betrifft. "Wir können es uns schlicht nicht leisten, uns auseinanderdividieren zu lassen".

djo/WW (afp, dpa)