Steht US-Außenminister Tillerson vor der Ablösung? | Aktuell Amerika | DW | 30.11.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

US-Regierung

Steht US-Außenminister Tillerson vor der Ablösung?

Männerfreunde werden der Präsident und sein Außenminister sicherlich nicht mehr. Ihr Verhältnis gilt als zerrüttet und täglich wird mit dem Aus für den Chefdiplomaten gerechnet. Eine Zeitung kennt schon die Pläne dafür.

USA Rex Tillerson, Außenminister & Donald Trump, Präsident (picture-alliance/dpa/CNP/Kevin Dietsch/Consolidated News Photos)

Hat in der Trump-Administration kaum noch was zu sagen: Außenminister Rex Tillerson (links)

Die "New York Times" berichtet über Gedankenspiele im Weißen Haus, den ungeliebten Außenminister noch vor Jahresende zu feuern. Rex Tillerson solle binnen einiger Wochen durch CIA-Direktor Mike Pompeo ersetzt werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf hochrangige Regierungsvertreter. Neuer Chef des Geheimdienstes solle demnach der republikanische Senator Tom Cotton werden. Den Plan habe Stabschef John Kelly eingefädelt. Es sei aber noch nicht klar, ob Präsident Donald Trump schon endgültig zugestimmt habe.

Klar ist jedoch, und für jedermann ersichtlich, dass Trump seinen Außenminister lieber heute als morgen loswerden möchte. "Ich bin der einzige, auf den es ankommt", sagte der Präsident Anfang des Monats über den Chef des State Departments. Er sei nicht glücklich darüber, dass einige im Außenministerium seine Politik nicht unterstützten, beklagte sich Trump in einem Interview mit seinem Lieblingssender Fox News, "denn am Ende bestimme ich die Politik". Auf die Frage, ob er Tillerson bis zum Ende der Amtszeit auf seinem Posten lassen werde, antwortete er: "Wir werden sehen. Ich weiß es nicht."

Rex W. Tillerson Exxon Mobil CEO (picture-alliance/dpa/R. Curry)

Das waren noch fröhlichere Zeiten: Rex W. Tillerson als Chef von Exxon Mobil

Die Spannungen zwischen Trump und dem früheren Ölmanager Tillerson sind in jüngster Zeit erneut offenbar geworden. Die beiden Politiker vertreten bei zahlreichen außenpolitischen Themen völlig unterschiedliche Positionen. Der Außenminister wird innerhalb der Regierung immer mehr zu einer Art Gegenspieler des Präsidenten. Tillerson soll Trump im Oktober vor Zeugen einen als "Trottel" bezeichnet haben. Das Dementi kam halbherzig. Trump forderte Tillerson daraufhin zu einem Intelligenztest heraus.

Immerhin konnte Tillerson durchsetzen, dass Trump die USA nicht aus dem Atomdeal mit dem Iran herauslöst. Und seine Mitarbeiter sagen, der Minister wolle unbedingt noch das Kalenderjahr beenden, um einen Rest an Würde zu bewahren. Dennoch wäre er in 120 Jahren US-Geschichte der Außenminister, der am schnellsten gefeuert wurde.

rb/uh (afp, ap, dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt