Staatsbibliothek Berlin: Langersehnte Neueröffnung | Kultur | DW | 25.01.2021
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Berlin

Staatsbibliothek Berlin: Langersehnte Neueröffnung

Aus alt mach neu: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Kulturstaatsministerin Monika Grütters eröffnen die Staatsbibliothek nach ihrer Renovierung.

Deutschland Berlin Staatsbibliothek Unter den Linden, 2019

Wiedereröffnet und doch geschlossen: Erst nach dem Lockdown kann die jahrelang sanierte "Stabi" besucht werden

Sie ist Deutschlands größte wissenschaftliche Universalbibliothek und eine der bedeutendsten Bibliotheken der Welt, die Staatsbibliothek zu Berlin. Pandemiebedingt war sie allerdings das komplette vergangene Jahr geschlossen, und auch die Eröffnungsfeier konnte nur digital stattfinden. "Ich freue mich, dass dieses Jahrhundertbauwerk frisch saniert in neuem Glanz und gleichzeitig alter Pracht erstrahlt", sagte Monika Grütters anlässlich der Eröffnungsfeier. Endlich gehöre sie wieder ganz den Wissens- und Erkenntnishungrigen, die hier geistige Nahrung in Fülle fände, so die Kulturstaatsministerin weiter. 

Fast 15 Jahre lang wurde der barocke Bau renoviert - und nahm damit mehr Zeit in Anspruch als Berlins Flughafen BER. Zuletzt beliefen sich die Umbaukosten auf 470 Millionen Euro, die komplett vom Bund getragen wurden. Gegründet 1661, lief der Betrieb an der "Stabi", wie sie liebevoll genannt wird, während der Sanierung weiter. Allerdings konnten Mitarbeiter das Gebäude in den vergangenen sieben Jahren nur über den Hintereingang betreten. Im November 2019 fand dann die feierliche Schlüsselübergabe statt, doch die Rückkehr von Mitarbeitern und Material fiel mit dem Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 zusammen. 

Forschen in schönem Ambiente

Mit dem voraussichtlichen Ende des Lockdowns diesen Februar soll nun in der Staatsbibliothek Unter den Linden wieder geforscht werden dürfen. Zwar mit eingeschränktem Ausleihbetrieb, dafür aber in einem so schönen Ambiente wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

1941 schlugen Bomben in die Kuppel ein und zerstörten sie vollständig. Auch der restliche Bau war stark beschädigt worden. Zu DDR-Zeiten sprengte man dann die Ruinen des Lesesaals und zog einen Neobarock-Bau hoch, der so gar nicht zur restlichen Optik passen wollte. Mit der Wiedervereinigung kam ein zweiter Standort hinzu, der Scharoun-Bau in der Potsdamer Straße.

Berlins Staatsbibliothek Unter den Linden 1938. Vor der klassizistischen Fassade fahren Autos aus der Zeit.

Die Staatsbibliothek zu Berlin ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

Bei der aktuellen Grundsanierung der Dächer, Innenräume und der Fassade wollte man die klassizistische Ästhetik der Kaiserzeit aufgreifen: "Das Haus ist historisch und hochmodern zugleich", so Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bei der digitalen Eröffnungsfeier. Bestes Beispiel für dieses Bestreben ist die 35 Meter hohe Kuppel, die der Staatsbibliothek nun ihr historisches Aussehen wieder zurück gibt. Im Laufe des Jahres soll außerdem ein Bibliotheksmuseum entstehen.

"Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges würde sich hier wohl fühlen", sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble bei seiner Festrede. Der Schriftsteller habe einmal bekannt, er stelle sich das Paradies als Bibliothek vor. "Ab heute hat das Paradies wieder eine Berliner Adresse: Unter den Linden 8", so Schäuble. 

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