Spotify streamt sich an die Wall Street | Wirtschaft | DW | 16.03.2018
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Streamingdienst

Spotify streamt sich an die Wall Street

Spotify zieht seinen Plan für einen ungewöhnlichen Börsengang durch. Anfang April sollen die Aktien des Musikdienstes in New York gehandelt werden können. Der Börsenwert könnte bei 20 Milliarden Dollar liegen.

Daniel Ek (Getty Images/AFP/T. Yamanaka)

Daniel Ek, Mitgründer und Vorstandschef von Spotify

Der weltgrößte Musikstreaming-Dienst Spotify hat seinen Börsengang für den 3. April angesetzt. Eine Woche davor soll es noch einmal einen aktuellen Geschäftsausblick geben, wie das schwedische Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte. Spotify wählte für den seit langem mit Spannung erwarteten Börsengang den ungewöhnlichen Weg einer Direktplatzierung, bei der Aktionäre einfach ihre Anteilsscheine verkaufen können. Das Unternehmen lässt sich zwar von Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley beraten, beauftragt sie aber nicht wie üblich mit einer Aktienausgabe und dem dazugehörigen Preisbildungsverfahren.

Keine Show

Der Börsengang sei für sie auch keine "pompöse" Sache, sagte Firmenchef und Gründer Daniel Ek (Artikelbild). "Sie werden uns also nicht sehen, wie wir eine Glocke läuten oder Partys feiern", sagte er. Er habe großen Respekt für die New Yorker Börse - werde am Starttag aber dort auch nicht für Interviews zur Verfügung stehen.

Nach Einschätzung von Analysten könnte es die Firma mit zuletzt mehr als 70 Millionen zahlenden Abonnenten auf einen Börsenwert von rund 20 Milliarden Dollar bringen. Statt wie üblich hinter verschlossenen Türen Anleger und potenzielle Aktienkäufer zu informieren, veranstaltete Spotify einen im Internet live übertragenen Investorentag, den sich alle ansehen konnten.

"Das traditionelle Modell, ein Unternehmen an die Börse zu bringen, passt nicht für uns", sagte Gründer und Chef Daniel Ek. Spotify steigerte den Umsatz 2017 zwar um fast 39 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Der Verlust nahm jedoch von 539 Millionen auf 1,24 Milliarden Euro zu. Das geht zwar zu großen Teilen auf den Buchhaltungs-Effekt einer Milliarden-Finanzierung aus dem Jahr 2016 zurück - doch auch der operative Verlust stieg von 349 auf 378 Millionen Euro. Finanzchef Barry McCarthy stellte am Donnerstag klar, dass für Spotify auch weiterhin das Nutzerwachstum vorerst wichtiger sein werde als Rendite.

hb/stu  (dpa, rtr)

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