Spitzentreffen in China: Kim und Xi üben Schulterschluss | Aktuell Asien | DW | 08.05.2018
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Diplomatie

Spitzentreffen in China: Kim und Xi üben Schulterschluss

Vor dem Treffen des nordkoreanischen Machthabers Kim mit US-Präsident Trump laufen die diplomatischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Kim reiste zur Feinabstimmung nach Peking und kam mit Präsident Xi zusammen.

China Ministerpräsident Xi Jinping emfängt norkoreanischer Präsident Kim Jong Un (picture-alliance/Xinhua News Agency/Xie Huanchi)

Harmonie am Strand: Chinas Präsident Xi empfängt den nordkoreanischen Machthaber Kim in Dalian

Wenige Wochen vor dem geplanten Gipfel mit US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besondere Nähe zu China demonstriert. Bereits zum zweiten Mal seit März reiste Kim Jong Un überraschend nach China, wo er mit Präsident Xi Jinping in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian zusammentraf. Das meldet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Demnach hatten die beiden Staatsführer "einen umfassenden und eingehenden Meinungsaustausch" über die Beziehungen beider Länder und sprachen über "Fragen von gemeinsamem Interesse". Der chinesische Fernsehsender CCTV zeigte Xi und Kim bei einem Spaziergang am Ufer der Küstenstadt Dalian. Das Treffen habe am Montag und Dienstag stattgefunden, berichtet Xinhua.

Laut Xinhua erklärte Xi bei der Begegnung, sein Land unterstütze den "strategischen Kurswechsel" Nordkoreas hin zur Entwicklung der eigenen Wirtschaft. Kim habe seine Bereitschaft zu atomarer Abrüstung und vertrauensvollen Beziehungen zu den USA bekräftigt. Der chinesische Präsident habe Kim zudem volle Rückendeckung für die Gespräche mit den USA gegeben. China befürworte die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Bemühungen um eine Beilegung des Streits zwischen Nordkorea und den USA durch Gespräche. Kim habe erklärt, wenn die Bedrohung Nordkoreas und die feindselige Politik gegen sein Land aufhörten, gebe es keine Notwendigkeit für die Atomwaffenfähigkeit Nordkoreas. Er hoffe, durch die Gespräche mit den USA gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Anreise im Flieger

Anders als Ende März, als Kim zum ersten Mal überhaupt seit seinem Amtsantritt 2011 das eigenen Land Richtung China verließ, legte er die Strecke aus Pjöngjang dieses Mal offenbar nicht mit einem olivfarbenen Sonderzug zurück, sondern reiste mit dem Flugzeug, wie die südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Machthaber Kim verlässt sein isoliertes Land äußerst selten. Ende März hatte er schon einmal Peking besucht, auch diese Reise war erst im Nachhinein bekannt gegeben worden. Ende April traf sich Kim dann mit Südkoreas Präsident Moon Jae In an der innerkoreanischen Grenze. Dabei machte sich beide für eine Friedenslösung stark. Nach südkoreanischen Angaben hat Kim auch einer Denuklearisierung zugestimmt - ein erklärtes Ziel der USA. China pocht darauf, dass bei den Verhandlungen Nordkoreas legitime Sicherheitsbedürfnisse erfüllt werden.

Nordkorea bindet China in Gespräche ein

Das kommunistisch regierte Nordkorea bindet China als engsten Verbündeten in seine Gipfel-Diplomatie mit ein. Die Agentur Xinhua zitierte Präsident Xi am Dienstag mit den Worten: "Nach dem ersten Treffen zwischen mir und dem Genossen Vorsitzenden haben sich die bilateralen Beziehungen und die innerkoreanische Situation verbessert, worüber ich glücklich bin." Kim wurde von Xinhua so zitiert: "Das sind positive Ergebnisse des historischen Treffens zwischen mir und dem Genossen Generalsekretär."

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Ping-Pong-Diplomatie koreanischer Stil

Kims Reiseaktivität geht mit intensivierten diplomatischen Bemühungen einher. Nachdem die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea im vergangenen Jahr zugenommen hatten, stehen die Zeichen nun wieder auf Entspannung - das Treffen mit Moon und das geplante Treffen mit Trump sind in diesem Zusammenhang zu sehen. Das Spitzentreffen zwischen Kim und Trump ist für die kommenden Wochen vorgesehen.

Inzwischen kündigte Trump an, er werde noch an diesem Dienstag mit seinem Kollegen Xi sprechen. Dabei werde es um Handelsfragen und um Nordkorea gehen. 

kle/ww (rtr, afp, dpa)

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