Spanische Polizei sprengt IS-Netzwerk in Gefängnissen | Aktuell Europa | DW | 02.10.2018
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Islamismus

Spanische Polizei sprengt IS-Netzwerk in Gefängnissen

Die Behörden hoben eine Zelle zur Rekrutierung von Dschihadisten in mehreren Gefängnissen aus. Sie identifizierten 25 mutmaßliche Sympathisanten der Terrororganisation "Islamischer Staat".

Gefängnis Villena (DW)

Gefängnis in Spanien (Archivbild)

Die spanische Polizei hat laut eigenen Angaben in verschiedenen Gefängnissen des Landes eine kriminelle Gruppe zerschlagen, die Verbindungen zur Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) gehabt haben soll. Die 25 Verdächtigen hätten in insgesamt 17 Haftanstalten versucht, andere Gefängnisinsassen für ihre Sache zu rekrutieren und zu radikalisieren, teilte das Innenministerium in Madrid mit.

Den Angaben zufolge handelte es sich um die erste derartige Operation in Europa. Beamte der Guardia Civil hätten bei den Ermittlungen eng mit den Strafvollzugsanstalten zusammengearbeitet, hieß es. Laut Ermittlerkreisen waren die meisten Mitglieder des Netzwerks Marokkaner oder Spanier marokkanischer Herkunft. Auch ein Däne war demnach mit dabei. Die Verdächtigen kommunizierten den Angaben zufolge untereinander auf dem Postweg - mit Gefangenenbriefen, deren Inhalt die Strafvollzugsbehörden nicht kontrollierten.

Mitglieder vor Haftentlassung

Das Netzwerk soll keinen "konkreten Attentatsplan" gehabt haben. Seine Mitglieder hätten oft Streit mit dem Gefängnispersonal gesucht.  Die Existenz der Gruppe werde als "potenzielles Sicherheitsrisiko" eingestuft, zumal einige der mutmaßlichen Mitglieder kurz vor ihrer Haftentlassung gestanden hätten. Die Justiz muss nun entscheiden, ob sie auf freien Fuß kommen oder im Gefängnis bleiben müssen.

Bei den Anschlägen in Barcelona und Cambrils im August 2017, zu denen sich die IS-Miliz bekannte, waren 16 Menschen getötet worden. Bei einem islamistischen Anschlag in Madrid im März 2004 gab es 191 Tote.

cw/jj (dpa, afp)

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