Spaniens neue Regierung setzt auf Frauen-Power | Aktuell Europa | DW | 06.06.2018
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Europa

Spaniens neue Regierung setzt auf Frauen-Power

Das hat es in Spanien so noch nicht gegeben: Frauen werden in der neuen Madrider Regierung klar in der Mehrheit sein. Der sozialistische Ministerpräsident Sánchez berief elf Frauen und nur sechs Männer ins Kabinett.

Carmen Calvo (picture-alliance/dpa/epa/O. Labrador)

Carmen Calvo ist eine von insgesamt elf Frauen im neuen spanischen Kabinett (Archivbild)

Zu den neuen Ministern gehören unter anderem María Jesús Monteiro (Finanzen), Margarita Robles (Verteidigung), Dolores Delgado (Justiz), Magdalena Valerio (Arbeit), Teresa Ribera (Umwelt und Energie), Josep Borrell (Äußeres) und Fernando Grande-Marlaska (Inneres).

Die Zahl der Ministerien wurde von Sánchez von 13 auf 17 erhöht. Carmen Calvo, die in der sozialistischen Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero (2004-2011) Kulturministerin war, wird stellvertretende Regierungschefin und übernimmt gleichzeitig das Ministerium für Gleichberechtigung. Der Astronaut Pedro Duque wurde an die Spitze des Wissenschaftsressorts gesetzt.

Für Gleichberechtigung und für Europa

"Zum ersten Mal in der Geschichte hat ein Kabinett in Spanien mehr Frauen als Männer; die Gleichberechtigung ist eine unserer Prioritäten", sagte Sánchez. Man wolle aus Spanien "ein besseres Land" machen. Die neue Regierung sei zudem "pro-europäisch, weil Europa unsere Heimat ist", betonte er.

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Spanien: Hoffnungsschimmer nach Regierungswechseln

Die Mitglieder des neuen Kabinetts werden an diesem Donnerstag vor König Felipe VI. den Amtseid ablegen. Die Zeremonie werde im Königlichen Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid stattfinden, teilte das Königshaus mit.

Ohne Parlamentswahl an die Macht

Sánchez hatte seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy am Freitag mit einem Misstrauensvotum im Parlament zu Fall gebracht. Am Samstag wurde er von Felipe als Ministerpräsident vereidigt. Der 46 Jahre alte Ökonomiedozent ist der siebte Ministerpräsident des Landes seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975 - und der erste, der ohne Parlamentswahl an die Macht gekommen ist.

Die von Sánchez angeführte Partei der spanischen Sozialisten (PSOE) verfügt allerdings nur über 84 der insgesamt 350 Parlamentssitze. Die neue Regierung in Madrid muss sich daher um Unterstützung aus anderen politischen Lagern bemühen.

haz/hk (dpa, rtr, afp)

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