Spahn warnt vor ″Pandemie der Ungeimpften″ | Aktuell Deutschland | DW | 08.09.2021
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COVID-19

Spahn warnt vor "Pandemie der Ungeimpften"

Der Bundesgesundheitsminister appelliert erneut an die deutsche Bevölkerung, zur Corona-Impfung zu gehen. Und Jens Spahn mahnt: Auf den Intensivstationen lägen jetzt zumeist COVID-19-Patienten, die nicht geimpft seien.

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Spahn: "Weitere Bürger zum Impfen überzeugen"

Das Impftempo in Deutschland nimmt ab - und das, obwohl eine vierte Corona-Welle droht. Gesundheitsminister Jens Spahn hat deshalb erneut die Bundesbürger aufgerufen, sich impfen zu lassen. "Jede Impfung entscheidet, wie sicher wir durch den Herbst und Winter kommen, sagte Spahn in Berlin.

Man sehe derzeit eine "Pandemie der Ungeimpften". 90 bis 95 Prozent der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen seien nicht geimpft, sagte er. Impfen sei eine persönliche und freie Entscheidung. Es sei aber auch eine Entscheidung, die andere betrifft, ergänzte er und verwies auf die eigene Familie und Arbeitskollegen.

Warnung vor heftiger vierter Welle

"Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagt der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Er warnt vor einer heftigen vierten Corona-Welle im Herbst. "Wenn wir die aktuellen Impfquoten nicht drastisch steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle im Herbst einen fulminanten Verlauf nehmen, so Wieler in Berlin.

Schon jetzt steige die Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten - insbesondere auch bei jüngeren Menschen. Die allermeisten von ihnen seien ungeimpft. Je mehr Menschen sich impfen ließen, desto weniger schlimm verlaufe die vierte Welle und desto früher sei die Pandemie beendet, betonte der RKI-Chef. "Es liegt in unseren eigenen Händen, viele schwere Verläufe und auch Todesfälle zu verhindern." Mit Verweis auf Befragungen sagte er, viele der derzeit noch Ungeimpften nähmen COVID-19 nach wie vor nicht ernst genug.

Deutschland Coronavirus - Impfangebot für Jugendliche in Bremen

Corona-Impfung einer Jugendlichen in Bremen: Kleinstes Bundesland als deutscher Impfmeister

Die Bundesregierung will in der kommenden Woche noch einmal verstärkt für die Corona-Schutzimpfung werben. Deutschlandweit soll es auch an vielen Orten möglichst niedrigschwellige Impfangebote geben, beispielsweise auch in Einkaufszentren.

In Deutschland sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums aktuell knapp 62 Prozent der Bevölkerung vollständig, 66 Prozent mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Die höchsten Impfquoten haben Bremen, das Saarland und Schleswig-Holstein. Schlusslichter sind Sachsen, Thüringen und Brandenburg.

Die Zahl der täglich verabreichten Impfdosen geht seit Ende Juni kontinuierlich zurück, obwohl bei vielen Menschen eine Schutzimpfung noch aussteht. Das RKI geht davon aus, dass eine Herdenimmunität erreicht wird, wenn 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der über 60-Jährigen geimpft sind. Dann wären auch diejenigen geschützt, die sich nicht impfen lassen können oder bei denen die Impfung nicht wirkt.

AR/sti (epd, dpa, afp, rtr)

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