Spätes Tor versetzt Eintracht Frankfurt den K. o. | Sport | DW | 07.11.2019
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Europa League

Spätes Tor versetzt Eintracht Frankfurt den K. o.

Eintracht Frankfurt steht fast schon in der nächsten Runde der Europa League, dann schlägt Standard Lüttich spät doch noch zu. Frankfurt verliert einen wichtigen Punkt und muss nun ums Weiterkommen bangen.

Wie konnte das bloß passieren? Offenbar wussten die Spieler von Eintracht Frankfurt auf diese quälende Frage auch keine zufriedenstellende Antwort. Minutenlang standen sie nach dem Abpfiff konsterniert am Mittelkreis und versuchten offenbar, das gerade Erlebte zu fassen.

Nur wenige Sekunden hatten in der Nachspielzeit der Europa-League-Partie bei Standard Lüttich zwischen hoffnungsvoller Euphorie, kurzer Enttäuschung und kompletter Fassungslosigkeit gelegen. Nachdem das Spiel auf dem tiefen und holprigen Platz in den vorangegangenen 93 Minuten nicht immer hochklassig gewesen war, spitzte sich alles in dieser einen Szene zu: Zunächst lief Frankfurts Filip Kostic mit dem Ball über die linke Seite alleine aufs gegnerische Tor zu, verzog beim Abschluss aber weit. Dann verlagerte sich das Spiel mit einem weiten, langen Schlag wieder auf die andere Seite. Lüttichs Maxime Lestienne stand völlig frei und schob den Ball zum 2:1-Siegtreffer links unten ins Netz (90.+4). Danach war Schluss.

"Das ist sehr, sehr bitter", kommentierte Sebastian Rode am DAZN-Mikrofon den späten Rückschlag: "Es hilft aber alles nichts, da müssen wir jetzt durch."

Keine Unterstützung, kein Erfolg?

Spielte es möglicherweise doch eine entscheidende Rolle, dass der sonst so laute Support der eigenen Fans diesmal gefehlt hatte? Die Europapokal-Reisen der Eintracht waren bislang immer stimmungsvolle Fanfeste gewesen, mit denen die Eintracht-Anhänger europaweit auf sich aufmerksam gemacht hatten. Leider allerdings war es auf der Tribüne nicht immer ganz reibungslos abgelaufen.

Fußball UEFA Europa League Standard Lüttich v Eintracht Frankfurt (picture-alliance/J. Ferreira)

Viele Frankfurt-Fans wären gerne mit ihrem Team nach Lüttich gereist, der Gästeblock blieb aber leer

Nachdem es - obwohl die Frankfurter wegen früherer Vergehen ohnehin bereits auf Bewährung unterwegs waren - beim Auswärtsspiel in Guimaraes erneut zu Ausschreitungen kam, entschied die UEFA, dass zu den Auswärtspartien in Lüttich und beim FC Arsenal (28. November) keine Eintracht-Fans zugelassen würden.

Kostet diese Kollektivstrafe die Eintracht nun das Weiterkommen? In Lüttich war das Stadion nur mäßig gefüllt, die Stimmung war dementsprechend, die akustische Unterstützung für das Gästeteam fehlte logischerweise völlig. Und nach der unglücklichen Niederlage müssen die Frankfurter nun sogar um das Weiterkommen in der Europa League zittern. Der Druck vor dem Gastspiel bei Gruppenfavorit FC Arsenal in drei Wochen ist hoch. Frankfurt ist in der Tabelle der Gruppe F mit sechs Punkten nur Dritter. Der Zweite Lüttich hat ebenfalls sechs Zähler, vorne liegt Arsenal mit zehn Punkten.

"Es ist nun alles offen", resümierte Rode. "Wir haben ein schweres Spiel in London. Wir müssen mindestens vier Punkte holen, um weiterzukommen."

Hütter: "Müssen uns Sorgen machen"

Standard Lüttich - Eintracht Frankfurt (picture-alliance/dpa/M. Becker)

Sorgenvoll: Eintracht-Coach Adi Hütter

Dazu wäre in London mindestens ein Unentschieden nötig, vorausgesetzt, die Eintracht gewinnt das abschließende Heimspiel gegen Vitoria Guimaraes am 12. Dezember - dann wieder mit den eigenen Fans im Rücken. Berechtigte Hoffnung auf einen Erfolg beim FC Arsenal gibt es aber nicht unbedingt: Das Hinspiel in Frankfurt verlor die Eintracht klar mit 0:3. Um den direkten Vergleich zu gewinnen, müssten die in dieser Saison recht auswärtsschwachen Frankfurter daher hoch gewinnen.

Den Vorteil im direkten Vergleich mit Lüttich hat das Team von Trainer Adi Hütter durch die knappe Niederlage ebenfalls verspielt. Im Hinspiel hatte man 2:1 gewonnen. Dementsprechend bedient war der Eintracht-Coach nach dem Spiel im Interview: "Schade, dass wir aus der letzten Aktion mit Filip Kostic kein Tor machen", beklagte der Hütter. "Dann hätten wir hier gewonnen. So aber müssen wir uns Sorgen machen."

Sorgen, die sich sicher auch die Frankfurter Fans machen. Schließlich könnte es sein, dass sie auf die nächste stimmungsvolle Auswärtsfahrt zu einem Euorpapokalspiel nun längere Zeit warten müssen.

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