Space X: Ein Desaster! Und das ist gut so | Aktuell Amerika | DW | 19.01.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

RAUMFAHRT

Space X: Ein Desaster! Und das ist gut so

Die Rakete mit der Dragon-Kapsel an Bord explodierte kurz nach dem Start in Cape Canaveral. In Mission Control sah man jedoch nur lächelnde Gesichter. Denn die Katastrophe war beabsichtigt - aus gutem Grund.

"Ich bin superaufgeregt'', sagte Elon Musk, Gründer und Chef der Firma SpaceX. Er freue sich darauf, nach fast einem Jahrzehnt wieder Astronauten in den Orbit zu bringen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat keine Weltraum-Crew mehr von den USA aus gestartet, seit das Space-Shuttle-Programm 2011 beendet worden war. Nun sollen Doug Hurley und Robert Behnken im zweiten Quartal dieses Jahres zur Internationalen Raumstation ISS fliegen können - möglicherweise schon im April.

USA, Florida, Cape Canaveral: Elon Musk, Konzernchef des US-Elektroautohersteller Tesla (picture-alliance/AP/J. Raoux)

Elon Musk: "Das ist einfach super aufregend''

Doch vorher musste die Falcon-9-Rakete noch eine Prüfung bestehen. Am Sonntag war sie planmäßig gestartet, nach nur etwas mehr als einer Minute endete ihr Überschallflug 20 Kilometer über dem Atlantik in einem großen Feuerball. Sekundenbruchteile davor hatte sich die Dragon-Raumkapsel abgesprengt und ihre Besatzung - zwei Puppen in Raumanzügen - in Sicherheit gebracht. Starke Triebwerke beförderten die Kapsel zunächst noch weitere 24 Kilometer in die Höhe um größtmöglichen Abstand zur explodierenden Trägerrakete herzustellen. 

USA, Florida, Cape Canaveral: SpaceX-Rakete explodiert kurz nach dem Start (picture-alliance/J. Cantrell)

Falcon 9: Bilderbuchstart vor der Bilderbuchkatastrophe

Neun Minuten nach dem Start landete die Dragon, durch große Fallschirme gebremst, sicher im Atlantik. Innerhalb von drei Minuten war ein Bergungsschiff vor Ort. Es sei eine "bildschöne, perfekte Mission" gewesen, schwärmte Musk. Er hatte seine eigene Familie zu dem Test des Notfall-Rettungssystems eingeladen.

Wie lange die Astronauten oben bleiben? Steht noch nicht fest.

Kathy Lueders, die zuständige Programm-Managerin der NASA, bezeichnete den gelungenen Startabbruch als "letzten Meilenstein", bevor Hurley und Behnken zur ISS starten dürften. Ihr Startdatum wird zum Teil davon abhängen, ob sie nur ein bis zwei Wochen oder gar monatelang im Weltraumlabor arbeiten werden. Eine längere Mission würde ein längeres Training vor dem Flug erfordern.

USA, Florida, Cape Canaveral: SpaceX-Rakete explodiert kurz nach dem Start (picture-alliance/AP/J. Raoux)

Die erste Crew für die Dragon-Kapsel: Die NASA-Astronauten Bob Behnken (l) und Doug Hurley

Neben SpaceX hat die NASA auch den Luftfahrtkonzern Boeing damit beauftragt, Weltraumfähren für Astronauten zu bauen. Vergangenen Monate gab es beim "Starliner" von Boeing bei einem wichtigen Test allerdings Probleme: Die unbemannte Kapsel gelangte nach dem Start in eine falsche Umlaufbahn und konnte die ISS nicht erreichen.

rb/haz (ap, dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt