Spätes Olympia-Silber für Betty Heidler | Sport-News | DW | 22.08.2018
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Doping

Spätes Olympia-Silber für Betty Heidler

Der Wettkampf ist sechs Jahre her: Da erst jetzt die Dopingstrafe gegen die russische Athletin rechtskräftig ist, rückt die deutsche Hammerwerferin Betty Heidler auch erst jetzt in der Ergebnisliste vor - eine Farce.

Nach jahrelangem Warten ist es soweit: Der früheren Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler wurde 22 Monate nach der Ankündigung nun auch offiziell vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Silbermedaille der Sommerspiele 2012 in London zugesprochen. Vorausgegangen war die nun rechtskräftige Disqualifikation von London-Siegerin Tatjana Lysenko aus Russland wegen eines Dopingvergehens. Gold geht an die polnische Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk, die auch 2016 in Rio triumphierte.

Die Ergebnislisten seien bereits entsprechend geändert worden, teilte das IOC dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit. Der DOSB informierte daraufhin Betty Heidler, die ihre Karriere 2016 beendet hatte. Ihre Frankfurter Teamkollegin Kathrin Klaas, die bei der EM vor knapp zwei Wochen in Berlin Abschied von der internationalen Bühne genommen hatte, rückte von Platz fünf auf vier vor.

"Dieser Moment darf den Sportlern nicht genommen werden"

"Auf der einen Seite freue ich mich, auf der anderen Seite bin ich verärgert", erklärte Betty Heidler, die mit ihrem 2011 erzielten Weltrekord von 79,42 Metern nach wie vor die deutsche Bestmarke hält. Den aktuellen Rekord (82,98) warf Wlodarczyk. Alles was mit der Verleihung einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen verbunden ist, sei ihr genommen worden. "Dass die Korrektur erst sechs Jahre später stattfindet, macht mich traurig", sagte die 34-Jährige.

Für die Zukunft hoffe sie, dass solche Korrekturen durch einen stärkeren und effektiveren Dopingkampf "gar nicht erst passieren und den Sportlern dieser wichtige Moment der Siegerehrung nie mehr genommen werden kann". Heidler darf nun wählen, zu welchem Anlass sie ihre Silbermedaille erhält. Eine Möglichkeit wäre bei den kommenden Olympischen Spielen in Tokio 2020.

sw (dpa, sid)

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