Soldat mit Machete ermordet - Terror-Überfall in London | Aktuell Europa | DW | 22.05.2013
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Aktuell Europa

Soldat mit Machete ermordet - Terror-Überfall in London

Kurz vor dem besonders in Deutschland mit Spannung erwarteten Champions-League-Endspiel in London herrscht an der Themse Terrorangst. Offenbar islamistische Fanatiker brachten einen Mann im Osten der Hauptstadt um.

Am helllichten Tag im Stadtteil Woolwich: Wenige Meter vor einer Kaserne wird ein Mann auf offener Straße mit einem Fleischerbeil und einem Messer getötet. Die Angreifer hätten "Allahu Akbar" gerufen, "Gott ist groß", meldete der britische Sender BBC und nährte Spekulationen über islamistische Extremisten als Täter.

Die Polizei stellte die Angreifer und schoss beide nieder. Einer wurde dabei möglicherweise lebensgefährlich verletzt. Die Behörden bestätigten inzwischen Berichte, wonach es sich bei dem Getöteten um einen Soldaten der britischen Armee handelte. Ein weiterer Verdächtiger wurden nach Polizeiangaben in der Grafschaft Lincolnshire festgenommen.

Ein Beil und ein Messer

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London: Spekulationen über Attentäter

Der britische Sender ITV veröffentlichte ein Video, auf dem einer der mutmaßlichen Attentäter ein Beil und ein Messer in offenbar blutverschmierten Händen hält. Der dunkelhäutige Mann sagte in die Kamera: "Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, Euch zu bekämpfen, bis Ihr uns in Ruhe lasst", und fügt hinzu: "Auge um Auge, und Zahn um Zahn."

Dann entschuldigt sich der mutmaßliche Angreifer, dass Frauen die Tat mit ansehen mussten, und droht: "Leute, ihr werdet niemals sicher sein. Setzt Eure Regierung ab. Sie kümmert sich nicht um Euch!". Kurz nach den Angriffen in Woolwich wurden mit Messern bewaffnete Männer in zwei Moscheen in Kent und Essex gesehen. Zwei Männer wurden festgenommen.

Der britische Premierminister David Cameron berief seinen Krisenstab ein. Der Regierungschef sprach am Abend von starken Hinweisen auf einen Terroranschlag und brach seinen Frankreich-Besuch ab. Großbritannien werde vor Terroristen "niemals einknicken", sagte Cameron. Aus Regierungskreisen verlautete, man müsse von radikalen Islamisten ausgehen. Eine Spur führe möglicherweise nach Nigeria.

Auf dem Bild hält einer der mutmaßlichen Attentäter ein Beil und ein Messer in offenbar blutverschmierten Händen. (Foto: Reuters/ITV News)

Die Attentäter ermordeten einen Mann am helllichten Tag wenige Meter vor einer Kaserne

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. "Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden", hieß es in einem Statement.

Die Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Kaserne in Woolwich sowie an anderen britischen Militäreinrichtungen wurden verstärkt. Sollte sich der Terrorverdacht erhärten, wäre es der erste nennenswerte Terrorakt auf britischem Boden seit 2005. Damals hatten sich vier Selbstmordattentäter in U-Bahnen und Bussen in die Luft gesprengt. Sie rissen 52 Menschen mit in den Tod und verletzten Hunderte andere Personen.

SC/GD/gmf (rtr, APE, dpa)

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