So viele Beschäftigte wie nie - noch | Aktuell Deutschland | DW | 18.11.2019
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Arbeitsmarkt und Konjunktur

So viele Beschäftigte wie nie - noch

In Deutschland arbeiten so viele Menschen wie noch nie. Und auch für die nächsten Monate sehen die Schätzungen noch gut aus. Allerdings zieht eine Wirtschaftskrise auf, die sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung vor knapp 30 Jahren: Aktuell gibt es 45,4 Millionen Erwerbstätige. Diese Zahl hat das Statistische Bundesamt errechnet. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung bedeutet es, dass fast 55 Prozent aller Menschen in Deutschland arbeiten.

Dass die Zahl zuletzt noch einmal angestiegen ist, liegt vor allem an der "bereits einsetzenden Herbstbelebung", so die Experten des Bundesamtes. Vor allem im Dienstleistungsbereich sind dabei neue Stellen hinzugekommen; die Zahl der Arbeitsplätze ist hier innerhalb eines Jahres um 356.000 gestiegen.

Arbeitsmarkt verliert an Schwung

Die Zahl der Beschäftigten wird ab dem kommenden Jahr aber wohl deutlich langsamer wachsen. Grund dafür ist die schwächer werdende Konjunktur. Nach Einschätzung der Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft bis zum Ende des Jahres "schwunglos" bleiben; das wirke sich dann allmählich auch auf den Arbeitsmarkt aus.

Von einer Rezession, also einer echten Wirtschaftskrise, könne man allerdings noch nicht sprechen. Erst wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sinkt, sprechen die Experten von einer Rezession. Im Frühjahr hatte es in der Tat einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent gegeben. Im letzten Quartal - zwischen Juli und September - wuchs die Wirtschaft allerdings wieder um 0,1 Prozent. Grund dafür war die gute Kauflaune der Verbraucher.

Video ansehen 01:34

Droht Deutschland eine Rezession? (Video vom 14.08.2019)

Schätzung: Beschäftigtenzahl steigt trotz Krise - aber langsamer

Auf dem Arbeitsmarkt hat sich der nachlassende Schwung zum Teil bemerkbar gemacht. So ist die Zahl der Beschäftigten seit Jahresbeginn zwar immer weiter gewachsen, allerdings zuletzt langsamer als noch im Frühjahr. Der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen, der die Bundesregierung berät, geht davon aus, dass die Zahl der Erwerbstätigen bis zum Jahresende noch um 371.000 wächst. Auch im kommenden Jahr dürfte die Zahl der Beschäftigten weiter steigen, bezogen auf das gesamte Jahr dann allerdings nur noch um rund 135.000 Menschen.

Klassische Rollenbilder bleiben bestehen

Vor dem Hintergrund des "Internationalen Männertags" am Dienstag (19.11.) veröffentlichte das Statistische Bundesamt auch Zahlen zur Geschlechterverteilung innerhalb von Berufen. So ist die Arbeitswelt nach wie vor von klassischen Rollenbildern geprägt. In der Berufsgruppe Maschinen- und Fahrzeugtechnik lag der Männeranteil beispielsweise mit zwei Millionen Männern bei 89 Prozent. Ganz anders sieht es in den Schulen und insbesondere an den Grundschulen aus.

Fast nur Lehrerinnen an Grundschulen (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

In Grundschulen unterrichten bisher vor allem Frauen

Im vergangenen Jahr gab es demnach nur 200.000 Grundschullehrer, was einem Anteil von 9 Prozent entspricht. In als Frauenberufen geltenden Jobs wie der Altenpflege oder Kinderbetreuung stieg der Männeranteil dagegen leicht. Dennoch ist ihr Anteil mit 16 Prozent in der Pflege und gut sechs Prozent in der Kindertagesbetreuung weiterhin gering.

bru/hka (dpa, rtr, kna)

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