Skandal bringt Dresden nicht aus Walzertakt | Aktuell Kultur | DW | 07.02.2020
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Semperopernball

Skandal bringt Dresden nicht aus Walzertakt

Nach dem Eklat um einen der Ballorden hat Dresden unter dem Motto "märchenhaft rauschend" zum 15. Mal den Semperopernball gefeiert. Den Ball solle es auch zukünftig geben, sagte Sachsens Ministerpräsident Kretschmer.

"Dafür" - so Michael Kretschmer - "brauchen wir keine Orden, aber eine wunderbare Organisation". Es seien im Vorfeld manche Dinge nicht gut gelaufen, "aber der Ball hat die richtigen Konsequenzen gezogen". Die umstrittene Ordensverleihung für Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte die Ballvorbereitungen überschattet. Nach vielen Absagen prominenter Gäste und Künstler und öffentlichem Druck wurde ihm die Auszeichnung wieder aberkannt.

Dresden kann das

Schlagersänger Roland Kaiser, der als Moderator durch den Abend führte, verurteilte Hass und verbale Gewalt gegen Mareile Höppner, die ihre Co-Moderation zurückgezogen hatte. Umso mehr gelte es nun zu feiern, "das Leben, die Kunst, trotz allem", sagte Kaiser. Der sächsische Regierungschef Kretschmer betonte, von dem Abend in dem berühmten Gebäude solle ein Zeichen ausgehen, "dass Dresden das einfach kann, dass viele Menschen zu dem Ball und der Semperoper stehen".

Auf dem Theaterplatz, den beim Semperopenairball alljährlich Tausende zur Tanzfläche für eine Nacht machen und die die Show drinnen mitverfolgen können, hatte Amnesty International in diesem Jahr wegen der zunächst erfolgten Ordensverleihung an den ägyptischen Präsidenten al-Sisi eine Mahnwache abgehalten.

Und: Auf dem Schlossplatz gegenüber wurde durch alternative Kunst- und Kulturschaffende zeitgleich zum "1. Dresdner SeifenOpernBall" geladen - ein satirischer Protest mit Defilee von der Neustadt bis in die Altstadt.

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Semperopernball bringt nicht alle zum Jubilieren

haz/jum (dpa)

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