Siemens und die Wut der Umweltschützer | Podcast Wirtschaft | DW | 13.01.2020
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Podcast Wirtschaft

Siemens und die Wut der Umweltschützer

Der Tech-Konzern will sich nicht aus einem Projekt in Australien zurückziehen +++ Boeing und die Mühen des Neuanfangs

Audio anhören 13:47

Im Nordosten Australiens entsteht derzeit eines der größten Steinkohlebergwerke der Welt. Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen das Projekt – wegen der CO2-Emissionen, aber auch wegen befürchteter Gefahren für das Grundwasser und das berühmte Great Barrier Korallenriff. Im Kern geht es bei der Kontroverse um die Frage, ob man in Zeiten des Klimawandels und verheerender Buschbrände überhaupt noch Kohle abbauen sollte. Der Streit bringt auch den deutschen Siemens-Konzern unter Druck. Der hatte sich vertraglich verpflichtet, die Signalanlagen für die Bahnstrecke zu bauen, auf der die Kohle einmal zum Hafen transportiert werden soll. Umweltschützer forderten den Münchner Konzern auf, aus dem Großprojekt auszusteigen. Ihnen erteilte Siemens-Chef Joe Kaeser am Sonntagabend eine Absage.

Siemens-Aktie reagiert kaum

In Deutschland haben verschiedene Umweltschutzgruppen Siemens für das Festhalten an dem Projekt kritisiert. Die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future organisierte Demonstrationen in zahlreichen Städten und will auch beim jährlichen Aktionärstreffen am 5. Februar protestieren. Kritik kam auch von der Parteispitze der Grünen. Der Siemens-Chef kann sich unterdessen fragen, ob ein Auftrag für rund 18 Millionen Euro den ganzen Ärger Wert ist. An der Frankfurter Börse waren die Anleger zumindest kaum beeindruckt. Die Aktie konnte sogar zulegen, bevor sie am Nachmittag ganz leicht nachgab.

Scharfe Töne aus Australien

Auch in Australien gab es heftige Kritik an der Entscheidung von Siemens. Hier ist die Stimmung besonders aufgeheizt, seitdem Buschbrände ganze Landstriche verwüsten. Im internationalen Vergleich hat Australien hohe Pro-Kopf-Emissionen von Treibhausgasen, was vor allem an der Energiepolitik der Regierung liegt.

Boeing mit neuem Chef

Für den US-Flugzeughersteller Boeing war das zurückliegende Jahr ein Desaster. Nach zwei Abstürzen gab es ein weltweites Flugverbot für Maschinen des Typs 737 Max, deren Produktion dann vorerst eingestellt wurde. Der europäische Konkurrent Airbus zog an Boeing vorbei und ist jetzt der weltgrößte Flugzeugbauer. All das hatte auch Konsequenzen für das Top-Management. Boeings-Chef musste gehen, erhielt aber eine großzügige Abfindung. Heute ist der erste Arbeitstag für den neuen Mann an der Spitze, David Calhoun. Torsten Teichmann berichtet, warum viele den neuen mit Argwohn betrachten.

 

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Redakteur am Mikrofon: Andreas Becker
Technik: Christian Murk