Siemens-Umbau könnte 20.000 Jobs kosten | Wirtschaft | DW | 23.08.2018
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Unternehmen

Siemens-Umbau könnte 20.000 Jobs kosten

Das soll einem Magazin-Bericht zufolge Siemens-Chef Kaeser Investoren gesagt haben. Als Teil des Umbauplans "Vision 2020+" sollen die Streichungen die Effizienz im Konzern steigern. Siemens dementierte den Bericht.

Die Ankündigung habe der Vorstandsvorsitzende des Münchener Konmzern, Joe Kaeser, in mehreren Einzelgesprächen mit Investoren gemacht, berichtet das "Manager Magazin" am Donnerstag vorab aus seiner September-Ausgabe. Vom Stellenabbau seien nur "Querschnittsfunktionen" in der Zentrale wie Personal, Finanzen oder Recht betroffen.

Kaeser hatte Anfang des Monats angekündigt, im Zuge der "Vision 2020+" viele dieser Tätigkeiten aus der Zentrale herauszulösen und in die operativen Einheiten zu verlagern, die mehr Selbstständigkeit erhalten sollen. Siemens wies den Magazinbericht am Freitag zurück. Der Bericht entbehre jeder Grundlage: "Entsprechende Äußerungen hat es in dieser Form nicht gegeben."

Die Gewerkschaft ist (noch) nicht beunruhigt

Der Siemens-Beauftragte der IG Metall, Hagen Reimer, glaubt ebenfalls nicht an einen größeren Stellenabbau: "Wir haben die Zusage des Vorstands, dass die neue Strategie kein verkapptes Abbauprogramm ist", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Strategie war im Aufsichtrat einstimmig - auch mit den Stimmen der IG-Metall- und Betriebsrats-Vertreter - beschlossen worden. Für Siemens arbeiten weltweit mehr als 370.000 Mitarbeiter, Zehntausende von ihnen sind in Zentralfunktionen beschäftigt.

Einzelheiten? Das dauert noch!

Kaeser hat bisher offengelassen, wie er die zentralen Bereiche umbauen und die Mitarbeiter dort effizienter einsetzen will. Als Ziel hatte er eine Steigerung der Effizienz um mehr als 20 Prozent in den Funktionen, die das operative Geschäft unterstützen, genannt. Dienstleistungs-Bereiche wie die IT oder die Immobiliensparte sollen 10 bis 20 Prozent effizienter arbeiten. Tausende Stellen sollen in die sechs großen Sparten - von Digital Industries" bis Siemens Alstom - wandern. Damit verlagert Kaeser die Entscheidung, wie viele Mitarbeiter dort gebraucht werden, auf die Spartenchefs. Einzelheiten zur Umsetzung seien erst im nächsten Jahr zu erwarten.

Deutschland Siemens Jahrespressekonferenz | Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender (picture-alliance/dpa/T. Hase)

Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser

"Das ist zermürbend!"

Laut "Manager Magazin" sollen die Einsparungen in diesen Bereichen allein bis zu zwei Prozent mehr Umsatzrendite bringen. Daraus ergebe sich ein Einsparvolumen von 1,7 Milliarden Euro. Die Gesamtbetriebsratschefin von Siemens, Birgit Steinborn, hatte vor kurzem die ständigen Umstrukturierungen kritisiert: "Das ist zermürbend und geht den Leuten auf die Nerven", sagte sie dem "Tagesspiegel".

In den vergangenen viereinhalb Jahren sei über die Ausgliederung von 30.000 Beschäftigten und den Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen verhandelt worden. Rund 10.000 Stellen seien - vor allem über Abfindungen und Altersteilzeit - tatsächlich weggefallen. Insgesamt sei die Mitarbeiterzahl bei Siemens in Deutschland aber um 3000 auf 117.000 gestiegen.

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Radikaler Umbau bei Siemens

dk/hb (Reuters)

 

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