Siebte Festnahme der philippinischen Journalistin Maria Ressa | Aktuell Asien | DW | 29.03.2019
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Pressefreiheit

Siebte Festnahme der philippinischen Journalistin Maria Ressa

Wer auf den Philippinen ein Kritiker des raubeinigen Staatschefs Duterte ist, muss leiden - so wie Maria Ressa. Sie ist auch Chefredakteurin eines Nachrichtenportals, damit ist Dutertes Feindschaft garantiert.

Auf den Philippinen ist die regierungskritische Journalistin Maria Ressa erneut vorübergehend festgenommen worden. "Ich werde wie eine Kriminelle behandelt, obwohl mein einziges Verbrechen ist, eine unabhängige Journalistin zu sein", sagte Ressa Reportern vor ihrer Festnahme am Flughafen in Manila, wo sie kurz zuvor nach einer Auslandsreise gelandet war. Die Chefin des Nachrichtenportals Rappler ist eine prominente Kritikerin von Präsident Rodrigo Duterte. Kurze Zeit nach ihrer Festnahme kam Ressa gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet rund 1500 Euro vorläufig auf freien Fuß.

"Die Presse in diesem Land wird angegriffen"

Die Behörden der Philippinen werfen Ressa vor, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben, das Ausländern den Besitz von Medienunternehmen auf den Philippinen verbietet. Konkret soll die 55-Jährige versucht haben, Investitionen eines indonesischen Unternehmens in Rappler zu vertuschen. Dafür drohen der Journalistin zwölf Jahre Gefängnis. Kritiker halten die Vorwürfe für politisch motiviert. 

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte (Foto: picture alliance/AP Images/B. Marquez)

Rodrigo Duterte, der (zu) starke Mann von Manila

 "Die Presse in diesem Land wird angegriffen", sagte Ressa. Das Nachrichtenportal Rappler hatte immer wieder ausführlich und wenig schmeichelhaft über Dutertes hartes Vorgehen gegen die Drogenkriminalität berichtet. Duterte war im Jahr 2016 mit dem Versprechen eines gnadenlosen Kampfs gegen Verbrecher ins Amt gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden seitdem mehr als 5000 Drogenkriminelle getötet. Menschenrechtsgruppen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl etwa dreimal so hoch ist. Kritiker werfen dem philippinischen Staatschef vor, den Sicherheitskräften freie Hand bei ihrem brutalen Vorgehen zu lassen und damit der Willkür Tür und Tor zu öffnen. Wegen kritischer Berichterstattung über seinen Anti-Drogen-Krieg hatte Duterte auch anderen philippinischen Medien mit Strafverfolgung gedroht.

Von "Time" zur "Person des Jahres" gekürt 

Die jüngste Behördenaktion eingerechnet ist Ressa bislang siebenmal festgenommen worden, zuletzt musste sie im Februar eine Nacht in Polizeigewahrsam verbringen. Das US-Nachrichtenmagazin "Time" hatte Ressa 2018 zusammen mit anderen Journalisten als "Person des Jahres" ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr war bereits versucht worden, Rappler zu schließen. Es ist unter den Nachrichten-Webseiten der Philippinen die Nummer drei.

sti/qu (afp, dpa)

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