Sieben Athleten im Wettkampf gegen den Klimawandel | Wissen & Umwelt | DW | 19.05.2019
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Wissen & Umwelt

Sieben Athleten im Wettkampf gegen den Klimawandel

Basketball, Eisklettern, Schwimmen, Surfen - Sportler verschiedenster Disziplinen nutzen die Aufmerksamkeit ihrer sportlichen Erfolge, um andere zu Umweltschutz und mehr Nachhaltigkeit zu ermutigen.

Sportler erleben die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltverschmutzung oft unmittelbar -   sei es auf dem Eis , im Meer oder durch die nach einem Spiel zurückgelassenen Plastikabfälle.

Die DW stellt ein paar der Athleten vor, die sich nicht mit Zerstörung der Umwelt durch den Menschen abfinden, sondern das Bewusstsein für mehr Umweltschutz stärken wollen.

Will Gadd - Der Eiskletterer

Will Gadd ist  mehr als nur ein Weltklasse-Athlet und Abenteurer: Er macht mit seinem Namen auf die Bedrohung durch den Klimawandel aufmerksam und hilft sogar Klimawissenschaftlern, wertvolle Daten von einigen der am schwersten zugänglichen Orte der Welt zu sammeln.

Der Kanadier wurde zum UN Environment Mountain Hero ernannt, weil er den Wissenschaftlern dabei half, besser zu verstehen, wie sich das arktische Eis verändert.

Gadd stieg in die gefährlichen Moulins auf, um die Bedingungen unter den grönländischen Eiskappe zu erforschen. Moulins sind Gletschermühlen, also vertikale Eisschächte, die Oberflächenwasser in Richtung des Gletschergrundes transportieren. Obwohl die grönländische Eisschicht die zweitgrößte der Welt ist, ist es die bislang am wenigsten erforschte. Gadds Reise war für die Forscher daher besonders nützlich. Abgesehen von der Erforschung von Gletschern im Namen der Wissenschaft ist Gadd übrigens auch bekannt dafür, als erster die vereisten Niagarafälle erklommen zu haben.

Lewis Pugh - Der Schwimmer

Lewis Pugh wird oft als "Sir Edmund Hillary des Schwimmens" bezeichnet - und das aus gutem Grund. So wie Hillary bekannt dafür ist, den Gipfel des Mount Everest zuerst bestiegen zu haben, ist der britisch-südafrikanische Langstreckenschwimmer Pugh die erste Person, die offiziell in jedem der fünf Weltmeere Langstreckendistanzen geschwommen ist.

Nachdem Pugh die durch Umweltverschmutzung und Klimawandel verursachten Schäden im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib gespürt hatte, schwimmt er heute strapazierende Strecken in empfindlichen Ökosystemen, um auf deren verheerenden Zustand aufmerksam zu machen. 2007 passierte er schwimmend das schmelzende Eis am Nordpol. Im Jahr 2018 war er der erste Mensch, der den gesamten Ärmelkanal durchschwamm. Die Aufmerksamkeit nutze er, um den Schutz von 30% der Weltmeere bis 2030 einzufordern.

Pugh verpasst keine Chance, die Regierungschefs der Welt in sein Rampenlicht zu zerren. Während er 2006 die Themse entlang schwamm, um auf die Dürre in England aufmerksam zu machen, sprang er, als er London erreichte, aus dem Wasser und stattete dem damaligen Premierminister Tony Blair in der 10 Downing Street einen Besuch ab. Er forderte ihn auf, gegen den Klimawandel aktiv zu werden. Kurz darauf führte die Regierung ein Klimaschutzgesetz ein. Es ist daher kein Wunder, dass er dabei geholfen hat, den Begriff der "Speedo-Diplomatie" zu prägen.

Gretchen Bleiler - Die Snowboarderin

Seit ihrer Pensionierung im Jahr 2014 hat die Snowboardikone und ehemalige Olympionikin viel Zeit damit verbracht, das Umweltbewusstsein anderer durch Lobbyarbeit zu schärfen. Bleiler ist Mitglied der Protect Our Winters Riders Alliance , die Wintersportler dazu ermutigt, Klimaaktivisten zu werden.

Von Protesten auf dem Capitol Hill in Washington DC bis hin zu Vorträgen bei großen internationalen Veranstaltungen wie der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris (COP21) hat sie alles gemacht. Bleiler startete auch die "21 Day Reusable Challenge" - dabei soll jeder, der mitmacht, möglichst drei Wochen lang auf Plastikflaschen, Einweg-Einkaufstaschen und Styropor verzichten.

Lauri Markkanen - Der Basketballer

Dieser aufstrebende Basketballstar hat sich verpflichtet, kein rotes Fleisch mehr zu essen, um seinen CO2-Fußabdruck zu minimieren. Markkanen ist Teil der #DontChoke-Kampagne des finnischen Energie-Unternehmens Neste, das andere dazu ermutigt, seinem Beispiel zu folgen und sich zu verpflichten, konkrete Schritte zum Schutz der Umwelt zu unternehmen.

Um Fans über seine Mission, ein umweltfreundliches Leben zu führen, auf dem Laufenden zu halten, nutzt der NBA-Athlet häufig soziale Medien. Themen sind unter anderem das Fahren von Elektroautos, Recycling und die Minimierung des Stromverbrauchs.

Read more:Massenabholzung: Wie der Welthandel in Brasilien und Indonesien Bäume fällt

Sally Fitzgibbons - Die Surferin

Wie alle professionellen Surfer verbringt Sally Fitzgibbons mehr Zeit im Wasser als andere Menschen. Das bedeutet auch, dass sie die Verschmutzung unserer Ozeane und deren Folgen tagtäglich mitansieht.

Neben dem Surfen verbringt die Australierin einen Großteil ihrer Zeit damit, auf unsere Umweltprobleme aufmerksam zu machen und nutzt ihre Plattform, um die nächste Generation zum Schutz und zur Erhaltung unserer Wasserwege zu inspirieren.

Andrew Ference - Der Eishockeyspieler

Nachdem Andrew Ference nach 19 Jahren vom Spielbetrieb der nordamerikanischen Profi-Eishockey-Liga NHL zurückgetreten war, wandte er sich einer weiteren langjährigen Leidenschaft zu: dem Umweltschutz.

Gemeinsam mit seinem kanadischen Kollegen und Umweltschützer David Suzuki gründete er die NHL Players' Association Carbon Neutral Challenge . Dabei geht es darum, Spieler dazu zu bringen, ihre durch häufiges Reisen verursachten CO2-Emissionen mit dem Kauf von CO2-Zertifikaten auszugleichen. Das Geld wird dann zur Finanzierung von Initiativen für alternative Energien wie Solar- und Windkraft sowie Biokraftstoff verwendet. Dank Ference ist die NHL heute einer der führenden Anbieter im Bereich des Umweltschutzes in der Sportwelt, wobei viele Arenen Solarpanele und LED-Leuchten verwenden, um ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Kevin Anderson - Der Tennisstar

Von Plastikverpackungen auf frischen Tennisschlägern bis hin zu Fans, die ihre kühlen Getränke durch Plastikstrohhalme auf der Tribüne trinken: Plastik ist auch in der Tenniswelt überall.

Kevin Anderson, die Nummer 5 der Weltrangliste, glaubt, dass auch die Spieler selbst mehr tun müssen, um die Nachhaltigkeit in ihrem Sport zu fördern. Er hat seinen Einfluss als Sportler genutzt, damit der Verbrauch von Kunststoff - insbesondere von Einweg-Kunststoffen wie Netzbezügen und Einweg-Wasserflaschen - reduziert wird. Abseits des Platzes unterstützt Anderson auch die  Trash Free Sea Alliance der Ocean Conservancy.

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