Shababtalk Awards 2018: „Preise geben jungen Menschen Hoffnung“ | Pressemitteilungen | DW | 20.11.2018
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Pressemitteilungen

Shababtalk Awards 2018: „Preise geben jungen Menschen Hoffnung“

Die DW hat erneut die Shababtalk Awards in Tunis verliehen. Jungen Menschen im Sendegebiet von Shababtalk wird damit die Möglichkeit gegeben, ihr gesellschaftliches Engagement in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen.

Mehr als 3.000 junge Künstler und Aktivisten aus Tunesien, Algerien, Libyen, Marokko und Mauretanien hatten über Soziale Medien ihre Beiträge in fünf Kategorien eingereicht. Die Jury war mit Souad Massi (Algerien), Taliss (Marokko), Olfa Terras (Tunesien), Hadia Gana (Libyen) und El Taqy Weld El Sheikh (Mauretanien) prominent besetzt. 

Die Juroren wollten mit ihrer Auswahl auch ein Signal setzen. Jurymitglied Hadia Gana, Künstlerin aus Libyen: „Junge Menschen sehen in Europa ein Vorbild und bekommen in dieser Veranstaltung eine Gelegenheit, ihre Stimme und ihre Projekte nach außen zu tragen. Auch die Standards, die bei einem von einem europäischen Sender organisierten Wettbewerb gelten, erinnern uns an Werte, die oft in diesem Teil der Welt vernachlässigt werden, zum Beispiel Objektivität und unabhängige Professionalität.“

Und Olfa Terras, Jurorin und Aktivistin aus Tunesien, ergänzt: „Ich finde diese Preisverleihung wichtig. Sie gibt jungen Menschen Hoffnung und Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Erst wenn die arabische Jugend realisiert hat, was sie bewirken kann, wird sie diesen Teil der Welt entwickeln können.“

Die Gewinner in den fünf Preiskategorien 2018:

Fotografie: Tarik Taoud, Marokko
Mit seinem Projekt „ Moul Jalaba“ setzt er sich für Gerechtigkeit in der Gesellschaft ein. Die Jalaba ist ein traditionelles Kleidungsstück in Marokko. Alle Protagonisten in seinen Fotografien tragen eine Jalaba als Ausdruck dafür, dass alle Menschen gleich sind, egal wie arm oder reich oder einflussreich.

Gedicht: Nabil Ghettas, Algerien
Er setzt sich für die Meinungsfreiheit in Algerien ein. Eine andere Meinung zu haben, ist keine Sünde, sondern es bedeutet Vielfalt in der Gesellschaft. Ghettas fordert in seinen Gedichten die Meinungsfreiheit ohne Angst vor Bedrohung oder Verfolgung.

Soziales Engagement: Mahdi und Wissal „Encatus Team“, Tunesien
Die Aktivisten unterstützen mit ihrem Projekt alleinerziehende Mütter in Tunesien. Sie organisieren den Verkauf von Marmelade und anderen Nahrungsmitteln, die von alleinerziehenden Müttern hergestellt werden. Durch die Einnahmen können diese Frauen ihr Leben unabhängig führen.

Gesang: Riad Kardab, Libyen
Kardab drückt in seinen Liedern das Leid der Menschen aus, die immer noch von den Auswirkungen des Krieges betroffen sind. Gleichzeitig vermittelt er Hoffnung und will den Blick nach vorn für seine Generation schärfen.

Satire: Amine Ben Ziane, Marokko
Ben Ziane thematisiert mit seiner Satire die sozialen Probleme im Land, besonders die Vernachlässigung der Jugend, die nach Chancen strebt. Auch die Korruption im Staat ist immer wieder Thema in seinen Auftritten und Videos. 


DW-Moderator Jaafar Abdul Karim ist begeistert vom Engagement der Teilnehmer: „Ich finde es großartig, dass die Jugend gerade in dieser Region, die viele soziale Probleme hat, sich so stark für die Gesellschaft engagiert. Die Preisträger zeigen mit ihren Projekten, welches Potenzial in der Jugend in vielen arabischen Ländern steckt. Das wollen wir hervorheben und unterstützen. Aber noch viel wichtiger wäre es, dass die Regierenden sich mit den berechtigten Anliegen der jungen Generation auseinandersetzen.“

Mit der mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Sendung Shababtalk hat die DW eine einmalige Plattform für den Meinungsaustausch und den Dialog der Jugend in der arabischsprachigen Welt geschaffen. Das Team um Moderator Jaafar Abdul Karim setzt auf mutige Themen und behandelt gesellschaftliche Fragen, die im arabischen Sprachraum sensibel oder tabu sind. Was für das junge Publikum der Sendung eine willkommene Öffnung darstellt, stößt bei konservativen Kräften und Regierenden in der Region immer wieder auf heftige Reaktionen. Dies galt beispielsweise für eine Sendung über die Gleichberechtigung von Frauen im Sudan oder auch zum Thema Sex außerhalb der Ehe.

Shababtalk wird im Studio in Berlin und regelmäßig auch vor Ort im Sendegebiet produziert. Lokale Partnersender stellen dabei technische Infrastruktur und Logistik zur Verfügung. Bisher hat das DW-Team unter anderem im Irak, Ägypten, Tunesien, Marokko, Sudan und Libanon Sendungen aufgezeichnet.