1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Sex-Affäre bringt Trump neuen Ärger

21. Juli 2018

Auch bei der neuen angeblichen Sex-Affäre des US-Präsidenten geht es um Schweigegeldzahlungen, diesmal an ein früheres "Playboy"-Model. Donald Trumps Anwalt soll ein entsprechendes Gespräch heimlich aufgezeichnet haben.

https://p.dw.com/p/31rRw
Trump auf dem Weg nach Bedminster, NJ
Bild: picture-alliance/Captital Pictures/R. Sachs

Der frühere persönliche Anwalt des US-Präsidenten soll ohne Wissen seines Mandanten eine Unterredung über eine Schweigegeldzahlung an das Playmate des Jahres 1998, Karen McDougal, aufgenommen haben. Wie die "New York Times" berichtete, hat die Bundespolizei FBI den Mitschnitt bei einer Durchsuchung des Büros von Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen sichergestellt.

Geliebte wollte ihre Geschichte zu Geld machen

McDougal hatte nach eigener Schilderung in den Jahren 2006 und 2007 eine Affäre mit Donald Trump, der zu dem Zeitpunkt bereits mit seiner dritten Ehefrau Melania verheiratet war. Trump und McDougal sollen sich auf dem Anwesen des "Playboy"-Gründers Hugh Hefner in Los Angeles getroffen haben, wo Trump eine Folge seiner TV-Show "The Apprentice" drehte. Trump bestreitet ein Verhältnis mit McDougal.

Ex-Playmate Karen McDougal
Ex-Playmate Karen McDougal (Archivbild)Bild: Getty Images/D. Kambouris

Das "Wall Street Journal" berichtete, bei dem Gespräch von Trump und seinem Hausjuristen Cohen sei es darum gegangen, die Exklusivrechte an McDougals Geschichte über ihre Affäre mit Trump zu kaufen, die die 47-Jährige einen Monat zuvor für 150.000 Dollar an die Skandal-Zeitschrift "National Enquirer" verkauft hatte. Das Blatt entschied letztlich, nicht über die angebliche Affäre zu berichten. Der "National Enquirer" gehört zum Medienunternehmen American Media Inc. (AMI), dessen Chef, David Pecker, mit Trump befreundet ist.

Anwalt Giuliani sieht seinen Mandanten im Recht

Trumps jetziger Anwalt Rudolph Giuliani bestätigte der "New York Times", dass Trump mit Cohen über eine Zahlung an McDougal gesprochen hatte. Die Zahlung sei dann letztlich nicht geleistet worden. Der Mitschnitt sei keine zwei Minuten lang und zeige, dass der Präsident nichts Verbotenes getan habe. Trump habe Cohen bloß gesagt, dass er besser einen Scheck ausstellen solle als Bargeld zu senden - falls es zu einer Zahlung kommen sollte.

Der US-Präsident machte seinem Unmut über das Vorgehen des FBI und über Cohen auf Twitter Luft: Unvorstellbar und unerhört, so Trump. Er selbst habe sich nichts zu Schulden kommen lassen: "Die gute Nachricht ist, dass euer Lieblingspräsident nichts Unrechtes gemacht hat":

Ex-Trump-Anwalt Michael Cohen
Ex-Trump-Anwalt Michael CohenBild: Getty Images/AFP/T.A. Clary

Die Existenz des heimlichen Mitschnitts dürfte die Spekulationen darüber anheizen, ob Cohen eine Gefahr für den Präsidenten darstellt. Der Anwalt steht unter massivem juristischen Druck, da gegen ihn wegen mutmaßlich illegaler Geschäftspraktiken ermittelt wird. Cohen hatte rund zehn Jahre lang für Trump gearbeitet und verfügt über viele Kenntnisse aus Trumps Privatleben und dessen geschäftlichen wie politischen Aktivitäten.

McDougals Geschichte erinnert an mögliche Schweigegeldzahlungen wegen der angeblichen Affäre Trumps mit Stormy Daniels. Die Pornodarstellerin, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hat nach eigener Aussage ebenfalls 2006 Sex mit Trump gehabt - kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Auch in diesem Fall bestreitet Trump eine Sex-Affäre gehabt zu haben.

qu/uh (dpa, afp, ape)