Serge Gnabry: ″Liverpool ist das härteste Los″ | Sport | DW | 19.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Interview

Serge Gnabry: "Liverpool ist das härteste Los"

Nach Jahren der Bundesliga-Vorherrschaft ist der FC Bayern im Umbruch und Serge Gnabry will Teil der langfristigen Pläne sein. Er sprach mit der DW über die Begegnung mit Liverpool und seine Erfahrungen in München.

DW: Serge Gnabry, Sie haben in Ihrer noch jungen Karriere einige Dinge und Vereine erlebt und stehen kurz davor, den ersten Vorgeschmack auf Champions-League-Fußball zu bekommen, jetzt, wo Bayern München in die K.o.-Phase einsteigt gegen den FC Liverpool, gegen eine Mannschaft, die in der letzten Saison das Finale erreicht hat...

Serge Gnabry: Es ist mein erstes Match in der K.o.-Phase, also freue ich mich darauf. Wir wissen, dass es ein hartes Match werden wird. Als wir die Auslosung gegen Liverpool sahen, dachten wir, es sei das schwierigste Los überhaupt. Es wird also sicher ein tolles Match. Aber wir sind Bayern München. Wir haben ein großartiges Team und einen großartigen Geist. Ich denke also nicht, dass wir uns zurückhalten und nicht mit dem Vertrauen dorthin gehen sollten, um das Spiel gewinnen zu können.

Haben Sie nach Jahren der Vorherrschaft in der Bundesliga jemals daran gedacht, dass Dortmund in Ihrer ersten Saison bei Deutschlands erfolgreichstem Verein in der Bundesliga-Tabelle vorbeiziehen würde?

Ich wünschte, wir wären im Moment an Dortmunds Stelle, ich will in dieser Saison meinen erste Meisterschaft gewinnen. Aber wir wissen, dass wir noch viel zu tun haben, um das zu erreichen. Dortmund spielt eine tolle Saison, also musst du ihnen die Anerkennung geben, die sie verdienen. Wir sind ein paar Mal ausgerutscht und müssen es besser machen. Hoffentlich können wir am Ende ganz oben landen.

Ist Dortmund ein Gesprächsthema in der Bayern-Kabine?

Natürlich sind sie das, niemand kann leugnen, dass sie vorne liegen. Es weckt unseren Ehrgeiz, ihre Ergebnisse zu hören. Aber zu sehen, was Dortmund tut, hilft uns nicht weiter - wir müssen unsere Arbeit machen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, Punkte zu sammeln, und dann am Ende, werden wir hoffentlich an ihnen vorbeiziehen.

Sie sind immer noch 23 Jahre alt, waren aber schon bei einer Reihe von Profi-Klubs. Wie sieht das Training bei Bayern im Vergleich zu den Trainingseinheiten in Ihren bisherigen Vereinen aus?

Es ist intensiv. Bei allem Respekt vor meinen bisherigen KClubs ist die Qualität hier einfach auf einem anderen Niveau. Natürlich ist das eine Herausforderung, und es hat ein wenig gedauert, sich an die Intensität und Qualität zu gewöhnen. Sobald Sie da draußen (auf dem Trainingsplatz) sind, lernen Sie, sich anzupassen und gewinnen Selbstvertrauen.

Haben sie viel von den erfahrenen Spielern gelernt, mit denen Sie jetzt eine Garderobe teilen?

Fußball Bundesliga FC Bayern München - VFB Stuttgart (picture-alliance/SvenSimon/F. Hörmann)

Erfahrener Nebenmann: Serge Gnabry (l.) und Bayern-Torjäger Robert Lewandowski (r.)

Sicherlich. Diese Spieler haben viele Dinge erreicht, die ich nicht erreicht habe - sie haben Meisterschaften, Weltmeisterschaften, die Champions League gewonnen, also versuche ich, so viel wie möglich von ihnen zu lernen - auch charakterlich. Es ist gut, in ihrer Nähe zu sein.

Was ist anders, wenn man für Bayern spielt?

Wir sagen gerne, dass das Trikot schwerer ist. Es ist ein großer Klub, hat eine lange Geschichte und viele Fans. Natürlich gibt es einen gewissen Druck, weil sie sechs Meisterschaften in Folge gewonnen haben, aber es ist eine Ehre, jedes Mal das Trikot anzuziehen. Es war ein Kindheitstraum.

Braucht man ein großes Ego, um für Bayern zu spielen?

Du musst ein Ego haben, um für jeden Klub zu spielen; du musst auf dich selbst aufpassen. Natürlich spielen wir eine Mannschaftssportart, aber am Ende des Tages, wenn man einen besseren Job macht (als Einzelperson), hilft es dem Team. Aber die Bayern-DNA ist "Mia San Mia" ("wir sind wir").

Sie sind auch Teil der Nationalmannschaft, und die Qualifikation für die Euro 2020 steht im März an...

Es ist eine große Ehre, für dein Land zu spielen. Unser letztes Spiel war gegen Holland und wir werden im März wieder gegen sie antreten. Wir müssen uns steigern, ich weiß nicht, wie es zu diesem 2:2 im November [Anmerkung der Redaktion: in der UEFA Nations League in Gelsenkirchen] kommen konnte. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Wir müssen die gleiche Leistung bringen wie beim letzten Mal, aber wir müssen nur sicherstellen, dass uns das Spiel diesmal nicht aus den Händen gleitet.

Serge Gnabry, 23, wurde in Stuttgart als Sohn eines ivorischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er spielte in der Jugend für mehrere Vereine und trat schließlich dem Nachwuchs des VfB Stuttgart bei. Mit 16 Jahren kam er in die Jugendabteilung des FC Arsenal, schaffte bei den Londonern aber nie den Durchbruch im Profi-Bereich. Im Jahr 2016 kehrte nach Deutschland zurück, unterschrieb zunächst bei Werder Bremen, und dann bei Bayern München. Nach einem Jahr als Leihgabe in Hoffenheim kam er im Sommer 2018 zum FC Bayern. Für Deutschland durchlief er mehrere Jugend-Auswahlmannschaften und ist aktuell Mitglied der A-Nationalmannschaft.

Das Interview führte Kres Harrington.

Die Redaktion empfiehlt