Serebrennikow zweifelt Ermittlungen an | Kunst | DW | 11.09.2018
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Russland

Serebrennikow zweifelt Ermittlungen an

Zum wiederholten Mal wurde der Hausarrest des russischen Starregisseurs Kirill Serebrennikow verlängert. Er selbst stellte in einem Moskauer Gericht erneut die Ermittlungsarbeiten der Behörden infrage.

"Sie hören einfach an unseren Argumenten und Beweisen vorbei", sagte Serebrennikow, Leiter des angesehenen Moskauer Gogol-Theaters am Dienstag (11.09.2018) in Moskau. "Die Ermittler tun einfach so, als ob es die Beweise nicht gibt." Trotzdem werde der Hausarrest immer wieder verlängert, weil die Ermittler noch mehr Zeit für ihre Arbeit beantragten. Auch bei der Anhörung wurde der Arrest wieder um weitere vier Wochen verlängert.

Die Vorgeschichte

Vor einem Jahr wurde Kirill Serebrennikow bei Dreharbeiten festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Die Behörden werfen ihm vor, Fördergelder in Höhe von rund 133 Millionen Rubel (ca. 2 Millionen Euro) unterschlagen zu haben. Der 49-jährige Theatermacher bestreitet das.

Mehrfach hatte Serebrennikow das Gericht gebeten, den Hausarrest aufzuheben. Es sei offensichtlich, dass er nirgendwohin weglaufen werde, sagte er. "Ich habe zum Beispiel mit Erlaubnis des Gerichts an der Trauerfeier für meine verstorbene Mutter teilnehmen können und mich nicht abgesetzt. Jeder weiß, dass ich mich immer an die Vereinbarungen gehalten habe und immer zurückgekehrt bin."

Remote-Inszenierung

Wegen seines Hausarrests kann Serebrennikow in Zürich die Inszenierung der Mozart-Oper "Così fan tutte" nicht leiten. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" am Dienstag meldete, wolle der Regisseur jetzt die Produktion aus der Ferne in Moskau betreuen. Die Premiere im Opernhaus Zürich ist für den 4. November angesetzt.

cp/bb (dpa, Neue Züricher Zeitung online)

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