Seoul: Nordkorea nimmt Gesprächsangebot für kommende Woche an | Aktuell Asien | DW | 05.01.2018
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Korea-Konflikt

Seoul: Nordkorea nimmt Gesprächsangebot für kommende Woche an

Nordkorea hat nach Angaben aus Seoul dem Angebot für ein erstes Treffen von Vertretern beider Seiten seit rund zwei Jahren zugestimmt. Ein zentrales Thema: die Teilnahme Nordkoreas an den olympischen Winterspielen.

Grenze zwischen Süd- und Nordkorea (Getty Images/AFP/E. Jones)

Südkoreanische Soldaten halten Wache am Grenzort Panmunjom

Das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul teilte mit, das Treffen solle am 9. Januar im Grenzort Panmunjom in der entmilitarisierten Zone stattfinden. Bei den Gesprächen solle es unter anderem um die Entsendung einer nordkoreanischen Delegation zu den olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang gehen. Es solle aber auch über andere Themen zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den seit Jahrzehnten verfeindeten koreanischen Nachbarstaaten gesprochen werden. Die Winterspiele finden vom 9. bis 25. Februar in der im Nordosten gelegenen Stadt Pyeongchang statt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache der südkoreanischen Regierung überraschend ein Gesprächsangebot gemacht und auch die Teilnahme an den Winterspielen in Aussicht gestellt. Südkorea hatte den Schritt begrüßt und ein Treffen am 9. Januar in der Grenzstadt Panmunjom vorgeschlagen. Am Mittwoch schalteten Nord- und Südkorea bereits einen seit knapp zwei Jahren abgeschalteten Kommunikationskanal wieder frei. Auch US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt die Gesprächsbereitschaft begrüßt und damit im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm Entspannungssignale gesendet.

Während der vergangenen Monate hatte der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Mehrfach provozierte Pjöngjang die internationale Gemeinschaft mit Raketentests und dem sechsten, bislang gewaltigsten Atomwaffentest. Die nordkoreanische Führung drohte, sie könne mit ihren Raketen das gesamte Festland der USA erreichen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte in mehreren Runden die Sanktionen gegen das abgeschottete Land.

Vorerst keine Manöver

Am Donnerstag erklärten die USA und Südkorea, während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang auf gemeinsame Militärübungen zu verzichten. Präsident Trump und Südkoreas Staatschef Moon Jae In einigten sich in einem Telefonat darauf, die für Februar geplanten Manöver zu verschieben, wie das Präsidialamt in Seoul mitteilte. Mit ihrer Entscheidung wollen Trump und Moon offenbar zur Deeskalation des Konflikts um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm beitragen. Die USA und ihr Verbündeter Südkorea hatten in den vergangenen Monaten mit gemeinsamen Militärmanövern mehrfach militärische Stärke demonstriert. Die Regierung in Pjöngjang wertet solche Übungen als Provokation.

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Drohung und Angebot aus Pjöngjang

In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, Trump und Moon seien übereingekommen, zur Konfliktentschärfung beizutragen. Beide Länder wollten sich darauf konzentrieren, die Sicherheit der Spiele zu gewährleisten. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte unterdessen, die Verschiebung der Militärübungen geschehe aus praktischen, nicht aus politischen Gründen. Die Spiele seien dieses Jahr das größte touristische Ereignis für Südkorea. Die USA hätten früher bereits Termine für Militärmanöver aus verschiedenen Gründen abgeändert, hob Mattis hervor. Es handele sich also um einen normalen Vorgang. Die Militärmanöver sollen nun dem Pentagonchef zufolge nach den Paralympics stattfinden, die am 18. März enden.

kle/qu (dpa, rtr, afp)

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