Sebastian Vettel setzt im Kampf mit Charles Leclerc ein Ausrufezeichen | Sport | DW | 22.09.2019
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Formel 1

Sebastian Vettel setzt im Kampf mit Charles Leclerc ein Ausrufezeichen

Sebastian Vettel fährt beim Formel-1-Grand Prix von Singapur ein fehlerfreies Rennen und gibt die Antwort auf die Kritiken der vergangenen Tage. Vettel strahlt, Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc reagiert verärgert.

Als die ersten Klänge der deutschen Nationalhymne erschallten, fingen die Augen von Sebastian Vettel doch ein wenig an zu glänzen. Möglicherweise lag es aber auch nur am strahlenden Flutlicht, unter dem der Große Preis von Singapur ausgefahren wird. Als anschließend zu Ehren des siegreichen Rennstalls auch noch die italienische Hymne gespielt wurde, grinste Vettel so breit wie lange nicht mehr und flachste mit den italienischen Mechanikern, die unten begeistert mitsangen.

Mit sparsamer Mimik stand der Zweitplatzierte, Charles Leclerc, ebenfalls ein Ferrari-Mann, daneben und sah eher aus, als sei gerade sein Hamster gestorben. Als die Feierlichkeiten und die Champagner-Dusche vorbei waren, verließ der junge Monegasse dann auch blitzartig die Bühne.

Vettel: "Habe alles ins Auto gepackt"

392 Tage lang hatte Vettel auf diesen Erfolg warten müssen. Zuletzt stand er beim Großen Preis von Belgien im Jahr 2018 ganz oben auf dem Podium. Besonders die letzten Wochen, in denen Leclerc zunächst in Spa und anschließend auch noch in Monza gewann, müssen die Hölle für den sehr ehrgeizigen Vettel gewesen sein. Der Jüngere, die eigentliche Nummer zwei, war auf dem besten Weg, Vettel als Nummer eins bei Ferrari zu verdrängen, Vettel schien keine Antwort darauf zu haben - vereinzelt wurde ihm bereits nahegelegt, über ein Karriereende nachzudenken.

"Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für mich, aber ich habe so viel Unterstützung bekommen, so viele Briefe und Nachrichten von Menschen, die mir Mut zugesprochen haben", erzählte Vettel nach dem Rennen im Sieger-Interview. "All das habe ich heute ins Auto gepackt."

Keine Teamorder zugunsten Leclercs

Nachdem Vettel in den bisherigen Rennen der Saison öfter mal durch die Boxen-Taktik bzw. die Strategie des Teams im Rennen oder der Qualifikation ins Hintertreffen geraten war, bereitete ihm sein Team diesmal den Weg zum Sieg. Als einer der ersten der Spitzenfahrer wurde Vettel in die Box gerufen. Er wechselte auf Rang drei liegend nach 20 von 61 Rennrunden die Reifen und fuhr mit harten Pneus wieder auf die Strecke.

Formel 1 Großer Preis von Singapur | Boxenstopp Sebastian Vettel (Getty Images/AFP/M. Antonov)

Vettel ist an der Box als Erster dran und verschafft sich damit einen entscheidenden Vorteil

Eine Runde später kam auch Leclerc in die Box, allerdings war Vettel auf seinen neuen Gummis so schnell, dass er sich um eine Winzigkeit noch vor Leclerc schob. Der so in den Nachteil geratene reagierte verschnupft und beschwerte sich mehrfach über Funk bei seinem Team. Anders als bei anderen Rennen wurde Vettel aber nicht dazu angehalten, den Monegassen vorbeizulassen.

Offener Kampf um Nummer eins bei der Scuderia

Stattdessen zeigte der vierfache Weltmeister, dass er immer noch zu den besten Fahrern im Feld gehört. Er hielt Leclerc souverän hinter sich und ließ sich auch dadurch nicht verunsichern, dass aufgrund von Unfällen und liegen gebliebenen Autos dreimal das Safety Car auf die Strecke musste. Dreimal gewann Vettel den fliegenden Neustart souverän. Leclerc hatte das Nachsehen. "Es ist nicht schön, auf diese Weise einen Sieg zu verlieren", sagte der 21-Jährige nach dem Rennen, immer noch verärgert darüber, diesmal vom eigenen Team - willentlich oder nicht - benachteiligt worden zu sein. "Aber es bleibt ein Doppel-Erfolg für das Team, und ich werde stärker zurückkommen."

Zumindest ist davon auszugehen, dass der ehrgeizige Leclerc das versuchen wird. So ist Vettels Erfolg in Singapur zwar ein wichtiges Zeichen, dass mit ihm noch zu rechnen ist, der Kampf um den Status als Nummer eins bei Ferrari geht aber weiter.

Rennen verpasst? Dann können Sie hier nochmal alles Wichtige in unserem Liveticker nachlesen.

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