Sebastian Rode - so weit die Füße tragen | Sport | DW | 02.05.2019
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Europa-League-Halbfinale

Sebastian Rode - so weit die Füße tragen

Eintracht Frankfurt erkämpft sich gegen den FC Chelsea im Halbfinal-Hinspiel der Europa League ein Remis. Sebastian Rode und sein Team zeigen erneut, dass große Leidenschaft helfen kann, über sich hinauszuwachsen.

Es war ein Moment, in dem die Zuschauer für einen kurzen Augenblick den Atem anhielten. Sebastian Rode kugelte sich auf dem feuchten Rasen im Frankfurter Stadion und hatte sichtlich Schmerzen. Andreas Christensen hatten den 28-Jährigen unmittelbar an der Außenlinie rüde zu Fall gebracht und bei seiner Grätsche ausschließlich die Beine des Frankfurters und keinesfalls den Ball getroffen.

19 Minuten waren da gespielt und ein Ausfall des laufstarken Mittelfeldspielers hätte eine enorme Schwächung für das Team der Hessen bedeutet - darüber waren sich alle einig. Rode konnte zu seinem aber auch zum Glück aller Frankfurter Anhänger und Spieler weitermachen - und hatte in der Folge noch einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Hessen den hoch favorisierten FC Chelsea beim 1:1 (1:1) im Halbfinal-Hinspiel der Europa League am Rand einer Niederlage hatten.

"Ich habe einige Blessuren davongetragen. Bin schon kaputt. Wir haben die Bälle nicht gehalten. Nächste Woche an der Stamford Bridge ist aber noch alles drin", sagte Rode, sichtlich abgekämpft nach dem Schlusspfiff beim Fernsehsender RTL.  

Frankfurter Kopf in der Zentrale

Gerade einmal ein paar Wochen ist Sebastian Rode wieder zurück in Frankfurt, wo er einst seine Bundesligakarriere begann. Seine Reise sollte ihn eigentlich weiterführen. Beim FC Bayern war er kurze Zeit Stammspieler unter Trainer Pep Guardiola, aber verletzungsbedingt verlor er den Anschluss. Auch bei Borussia Dortmund hatte Rode kein Glück, fiel über viele Monate wieder aus - und der BVB schien keine rechte Verwendung mehr für ihn zu haben.

Sein Glück scheint er nun bei den Hessen wiedergefunden zu haben, nachdem er in der Winterpause zurück in seine alte Heimat wechselte. Bereits in den ersten Tagen am Main spielte er so, als wäre er nie weg gewesen. Lauf- und zweikampfstark, technisch versiert, strategisch ausgereift. Er ist in kürzester Zeit der Kopf in der Frankfurter Zentrale geworden, der durch seine Ballgewinne und seine raumgreifenden, dynamischen Schritte ein unermüdlicher Antreiber sein kann.

Viel Laufarbeit ohne zu murren

Gegen den FC Chelsea musste er sich aufgrund der spielerischen Dominanz der Engländer vor allem auf seine Kämpfer-Qualitäten besinnen und hatte nicht viele Gelegenheiten, seine Dynamik in die Frankfurter Offensive einzubringen. Aber auch diese Arbeit leistet Rode, ohne zu murren.

Dass er zu Beginn der zweiten Hälfte hart mit dem Kopf gegen Jorginhos Stirn prallte und erneut behandelt werden musste, zeugt von der Intensität, die Rode während der gesamten Spielzeit an den Tag legte.

So verwundert es auch nicht dass Rode - vom BVB, wo er noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, bis zum Saisonende ausgeliehen - längerfristig bei den Hessen bleiben möchte. Erste Verhandlungen über einen Kauf der Frankfurter sollen hinter den Kulissen bereits begonnen haben. 

Motor arbeitet auf Hochtouren

Auch gegen den FC Chelsea lief Rode wieder, so weit ihn die Füße trugen. Als die ersten seiner Kollegen schon völlig ausgepumpt mit ersten Wadenkrämpfen kämpften, arbeitete Rodes Motor immer noch auf Hochtouren.

Rode versuchte alles, war vorne und hinten zu finden. Nicht zuletzt diese Einstellung des Mittelfeldspielers ist einer der Gründe, weshalb die Frankfurter eine derart eindrucksvolle Saison und auf europäischem Niveau eine bemerkenswerte Rolle spielen.  

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