Schwerverbrecher flieht mit Helikopter aus Gefängnis | Aktuell Europa | DW | 01.07.2018
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Frankreich

Schwerverbrecher flieht mit Helikopter aus Gefängnis

Wie im Kino: Auf spektakuläre Weise ist Redoine Faïd, einst der meistgesuchte Verbrecher Frankreichs, mit einem Helikopter aus einer Haftanstalt in der Nähe von Paris geflohen. Eine Großfahndung läuft.

Frankreich Flucht Redoine Faid aus Haftanstalt in Reau (Getty Images/AFP/G. van der Hasselt)

Der Fluchthubschrauber wurde in der Nähe von Paris entdeckt

Drei schwer bewaffnete Männer sollen Redoine Faïd zur Flucht aus einem Gefängnis in Réau im Département Seine-et-Marne verholfen haben. Wie das französische Justizministerium mitteilt, landete der Hubschrauber im Innenhof des Gefängnisses. Die Männer hätten den Häftling aus dem Besucherraum des Gefängnisses herausgeholt und zum Helikopter gebracht. Bei der Flucht wurde niemand verletzt. Die Befreiungsaktion habe nur wenige Minuten gedauert. Der Helikopter wurde kurz darauf in einem nordöstlichen Vorort von Paris entdeckt. Die Flüchtigen hatten ihn wahrscheinlich angezündet, um Spuren zu verwischen. Die französischen Behörden haben eine Großfahndung im Raum Ile de France rund um Paris eingeleitet.

Es ist nicht die erste spektakuläre Flucht des 46-Jährigen. Im April 2013 floh Faïd aus einem Gefängnis in Nordfrankreich. Damals nahm er vier Wärter als Geiseln und sprengte fünf Gefängnistüren auf. Anschließend zog sich der Ausbrecher eine Uniform an und fuhr mit einem Fluchtwagen davon. In Frankreich und Belgien wurde damals sofort eine Großfahndung gestartet. Auch Interpol wurde eingeschaltet, um den als besonders gefährlich eingestuften Mann zu finden. Sechs Wochen später wurde Faïd mit einem Komplizen in einem Hotel in der Nähe von Paris gefasst.

Redoine Faid Fahndung nach Schwerverbrecher aus Frankreich (picture-alliance/dpa/O. Arandel)

Redoine Faïd posiert neben seinem 2010 veröffentlichten Buch

Auf das Konto Faïds gehen nach eigenen Angaben mehrere Raubüberfälle. Der Wiederholungstäter mit dem sanften Blick ist in Frankreich eine Berühmtheit. 2010 veröffentlichte der Einwanderersohn, der in einem nördlichen Vorort von Paris aufwuchs, ein Buch über seine "Karriere" als Spezialist für das Ausrauben von Geldtransportern. Er tingelte durch die Talkshows, berichtete, er habe sich von Kinofilmen wie "Scarface" und "Heat" inspirieren lassen, und gab sich geläutert. 2011 wurde er jedoch abermals wegen des Verstoßes gegen Bewährungsauflagen verhaftet. Im April verurteilte ein Berufungsgericht den Mann zu 25 Jahren Haft, weil es ihn für den Drahtzieher eines Banküberfalls im Mai 2010 in Val-de-Marne, bei dem es zu einer Schießerei kam, bei der eine Polizistin tödlich verletzt wurde.

kle/fab (afp, ape, ARD, efe)

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