Schwerer Sandsturm fegt über den Nahen Osten | Aktuell Nahost | DW | 08.09.2015
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Aktuell Nahost

Schwerer Sandsturm fegt über den Nahen Osten

Ein ungewöhnlich schwerer Sandsturm ist über mehrere Länder des Nahen Ostens gefegt. In Syrien und im Libanon kamen acht Menschen ums Leben. Wegen Atemnot begaben sich Hunderte Menschen in ärztliche Behandlung.

Sechs Todesfälle wurden aus Syrien gemeldet, zwei weitere aus dem Libanon. In der hochgelegenen Bekaa-Ebene im Osten des Libanon war die Belastung der Luft mit Schwebstoffen besonders hoch. Hier wurden 750 Menschen mit Erstickungsanfällen oder akuter Atemnot in Krankenhäuser aufgenommen. Die Polizei verteilte in libanesischen Städten Schutzmasken.

Der Sturm bildete sich im Norden des Irak und führte in breiter Front Staubwolken über Syrien, den Libanon, die Palästinensergebiete und Israel bis nach Zypern und zur Südküste der Türkei.

Krankenhäuser überfüllt

Wegen des dichten gelben Sandes brauchten auch in Syrien Hunderte Menschen ärztliche Hilfe. In der von der Terrormiliz "Islamischer Staat" beherrschten ostsyrischen Stadt Dair as-Saur konnten die Krankenhäuser keine Patienten mehr aufnehmen, weil der Andrang zu groß war, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte.

Damaskus stoppt Luftangriffe

Zugleich verschaffte der Sturm vielen Menschen in Syrien eine Linderung ihrer Not, weil das Regime in Damaskus wegen des Wetters keine Luftangriffe im Norden und im Zentrum des Landes fliegen konnte. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana verbreitete Fotos, die Menschen mit Atemschutzmasken zeigen.

Motorboote und ein Hochhaus in gelbem Dunst (Foto: dpa)

Gelber Dunst über dem Yachthafen von Beirut

Auch Teile Israels wurden von dem Sandsturm in dichten Dunst gehüllt. Die Fluggesellschaften Arkia und Israir strichen am Dienstag sämtliche Flüge zwischen Tel Aviv und Eilat am Roten Meer, wie das Internet-Portal ynetnews berichtet. Das israelische Umweltministerium warnte vor Aktivitäten im Freien.

Außergewöhnlicher Zeitpunkt

Nach Angaben von Experten war die Dichte der Staubteilchen in der Luft während des Sturms ungewöhnlich hoch. Auch der Zeitpunkt des Sturms sei außergewöhnlich gewesen, sagte Mouin Hamzé, Generalsekretär des Nationalen Forschungszentrums (CNRS) in Beirut. Der von heißen, sandigen Winden begleitete "Chamsin" trete in der Region zwar häufig um das Äquinoktium auf, also zur Zeit der Tagundnachtgleiche. "Aber eigentlich im Frühjahr und nicht im Herbst", erläuterte Hamzé. Erst für Mittwochabend erwarten die Meteorologen eine Normalisierung der Luftwerte.

uh/wl (dpa,afp)