Schwerer Anschlag erschüttert Niger | Aktuell Afrika | DW | 02.01.2021
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Afrika

Schwerer Anschlag erschüttert Niger

Erneut Blutvergießen in Westafrika. In Malis Nachbarstaat Niger haben Unbekannte ein Attentat verübt. Vermutlich wurden dabei mehr als 70 Menschen getötet.

Niger gehört ohnehin zu den immer wieder vom Terror heimgesuchten Ländern. Nun haben Bewaffnete zwei Dörfer an der Grenze zum Unruhestaat Mali überfallen und dort offenbar ein Massaker angerichtet. Das gab Innenminister Alkache Alhada am Samstagabend in der Hauptstadt Niamey bekannt. Die genauen Umstände der Attacke auf die Dörfer Tchombangou und Zaroumdareye sind noch unklar.

Der Niger ist eins der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen. In dem westafrikanischen Land und den anderen Staaten dieser Region sind etliche Terrorgruppen aktiv, die Al-Kaida oder dem "Islamischen Staat" die Treue geschworen haben.

Zusammen mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso ist der Niger Teil der G5-Sahel-Gruppe, die Terrorgruppen bekämpfen will. Die Regierung hat zudem in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte wenig Kontrolle, was nicht nur dschihadistische Gruppen, sondern auch kriminelle Netzwerke ausnutzen.

Niger vor demokratischem Machtwechsel

In dem Sahelstaat waren am selben Tag die vorläufigen Ergebnisse der Präsidenten- und Parlamentswahlen bekanntgegeben worden. Staatschef Mahamadou Issoufou wird, wie von der Verfassung vorgesehen, den Posten nach seinen zwei Amtszeiten abgeben.

Ein Verbündeter des ausscheidenden Präsidenten, der ehemalige Außenminister Mohamed Bazoum, trat für die Regierungspartei PNDS an und erhielt 39,6 Prozent der Stimmen. Ebenso wie der stärkste Oppositionskandidat Mahamane Ousmane (16,9 Prozent) erreichte er jedoch nicht die nötige Stimmenmehrheit, weshalb eine Stichwahl am 22. Februar nötig wird.

In den vergangenen Jahren hatte Europa Druck auf die nigrische Regierung ausgeübt, den Menschenschmuggel einzudämmen. Zudem gilt Niger als wichtiger Partner der EU im Kampf gegen Terrorismus in der Sahelzone.

AR/ack (dpa, rtr)

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