Schröder erwartet Neuwahlen 2019 | Aktuell Deutschland | DW | 06.11.2018
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Bundestag

Schröder erwartet Neuwahlen 2019

Nach der Ankündigung von Angela Merkel, auf den CDU-Vorsitz zu verzichten, sieht Gerhard Schröder einen dramatischen Machtverlust seiner Nachfolgerin im Kanzleramt. Lange werde das nicht gutgehen, glaubt der Altkanzler.

Podiumsdiskussion: Das rot-grüne Projekt (picture alliance/dpa)

Schröder am Montagabend bei der Podiumsdiskussion: Das "rot-grüne Projekt"

Angela Merkel habe "ihren Zenit überschritten", sagte Altkanzler Gerhard Schröder der Zeitung "Rheinische Post" (Dienstagsausgabe). Auch die Dinge in ihrer Partei habe die Kanzlerin nicht mehr im Griff. Der Verzicht auf das Parteiamt sei ein Fehler.

"In jedem Fall wird es so sein, dass mit dieser Entscheidung das Ende der Kanzlerschaft von Frau Merkel - wann auch immer - eingeleitet worden ist", meinte Schröder auch bei einer Festveranstaltung in Berlin zur Bildung der ersten rot-grünen Bundesregierung vor 20 Jahren, die er als Kanzler bis 2005 angeführt hatte.

Schröder favorisiert Merz

Er gehe davon aus, dass Friedrich Merz der Nachfolger Merkels an der CDU-Spitze werde. Merz werde jedoch kaum "die besonderen Loyalitäten" übrig haben, die erforderlich seien, damit Merkels Vorstellung von einer Fortführung ihrer Kanzlerschaft unter einem anderen CDU-Vorsitzenden klappe. "Und ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Partei alles aushalten kann", sagte der ehemalige SPD-Vorsitzende. Daher rechne er mit Neuwahlen "spätestens im Frühsommer" nächsten Jahres.

Archiv - TV-Duell Merkel - Schröder (picture-alliance/dpa/W. Kumm)

Rückblick 2005: Merkel und Schröder beim TV-Duell für die Bundestagswahl, die Rot-Grün verlor

Merkel hatte lange daran festgehalten, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft zusammengehören und dabei stets auf die Erfahrungen Schröders verwiesen. Die Trennung sei ein Wagnis, räumte sie bei ihrer Ankündigung ein, diesen Schritt nun doch zu gehen.

Als Schröder seinerzeit als Kanzler auf den SPD-Vorsitz verzichtete, hatte Merkel gesagt: "Das ist der Anfang vom Ende des Bundeskanzlers und der Anfang vom Ende dieser Regierung." Für ihn bedeute der Schritt einen "Autoritätsverlust auf der ganzen Linie".

Schlagfertiger Ex-Kanzler

Auf die Frage, warum er nicht an die Spitze der Sozialdemokraten zurückkehre, antwortete Schröder am Montagabend übrigens: "Ich finde keinen Ortsverein der SPD, der mich vorschlägt."

wa/gri (dpa, rtr)

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