Schnee- und Regen-Chaos in Teilen Österreichs | Aktuell Europa | DW | 17.11.2019
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Extremwetter

Schnee- und Regen-Chaos in Teilen Österreichs

Im Westen und Süden Österreichs wächst in Folge der starken Regen- und Schneefälle die Sorge vor Überflutungen, abrutschenden Hängen und Lawinen. Ganze Ortschaften sind abgeschnitten, es gelten Zivilschutzwarnungen.

Seit Tagen schneit und regnet es in Teilen Österreichs immer wieder in riesigen Mengen. Der Verkehr im Westen und Süden Österreichs liegt weiter in Teilen lahm. Aus Sicherheitsgründen sind zahlreiche Straßenverbindungen gesperrt, darunter etwa die wichtige Transitstrecke Felbertauern, die die Bundesländer Salzburg und Ostirol verbindet.

Wintereinbruch in Österreich (picture-alliance/EXPA/APA/picturedesk.com/JFK)

Auf der Zufahrt zur Felbertauernstraße

In Osttirol und in Teilen Kärntens ist die Situation besonders kritisch. Mancherorts gab es seit Mittwoch so viel Niederschlag wie sonst im gesamten Monat November. Auch Teile der Bundesländer Steiermark und Salzburg sind betroffen.

Mit den ergiebigen Niederschlägen ist die Lawinengefahr in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Bäume und Strommasten knickten unter dem nassen Schnee wie Streichhölzer um. In einigen Teilen Tirols sowie in den Hohen Tauern gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Aus einigen kleineren Gemeinden wurden die Menschen evakuiert. Der Katastrophenschutz des Landes Salzburg empfahl, in den betroffenen Gebieten nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden und die Gefahr von Dachlawinen zu beachten.

Wintereinbruch in Österreich (picture-alliance/EXPA/APA/picturedesk.com/JFK)

Ein umgeknickter Strommast im Osttiroler Pustertal

Aufgrund der Lawinengefahr wurden in Kärnten drei Täler gesperrt, darunter das Mölltal am Großglockner. Die Bevölkerung wurde gebeten, die Häuser nicht zu verlassen. Für mehrere Gemeinden wurde von den Behörden am Sonntagabend Zivilschutzalarm ausgelöst. Es drohen Hänge abzurutschen. Bäche sind über die Ufer getreten. 

Auch in vier Gemeinden im Salzburger Land wurden die Menschen aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen.  Unter anderem waren Zell am See, Embach und das hintere Rauriser Tal am Sonntagabend nicht erreichbar.

Wintereinbruch in Österreich (picture-alliance/EXPA/APA/picturedesk.com/J. Groder)

Scheeräumung in Kals am Großglockner

In der Steiermark wurde nach heftigen Regenfällen Stadl an der Mur im Bezirk Murau zum Katastrophengebiet erklärt. Einzelne Hänge rutschten bereits ab, mehrere Wohnhäuser wurden evakuiert.

Wintereinbruch in Österreich (picture-alliance/dpa/EXPA/APA/Zeitungsfoto.At/D. Liebl)

Die Stubaitalstraße, gesperrt in Richtung Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck nach einem Lawinenabgang

Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt bis in mittlere Höhenlagen droht angesichts der Regenmengen und abschmelzender Schneemassen vielerorts Hochwasser. Um Überschwemmungen vorzubeugen, wurde der Pegel des Völkermarkter Stausees in Kärnten um 4,5 Meter unter das Normalniveau abgesenkt. Die für die Nacht auf Montag erwartete Hochwasserwelle soll so im teilentleerten Stausee aufgefangen werden.

qu/haz (dpa, ORF)

 

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