Schlichtung bei der Lufthansa geplatzt | Aktuell Deutschland | DW | 19.11.2019
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Tarifkonflikt

Schlichtung bei der Lufthansa geplatzt

Buchstäblich in letzter Minute hat die Lufthansa ihre Zustimmung für die vereinbarte Schlichtung zurückgezogen. Die Gewerkschaft UFO habe nicht eindeutig auf Streiks verzichten wollen, hieß es. Wie geht es jetzt weiter?

Die umfassende Schlichtung für die Flugbegleiter war in der vergangenen Woche vereinbart worden. Als Grund für die Rücknahme der Zustimmung erklärte der Luftfahrtkonzern, die Gewerkschaft UFO habe sich nicht eindeutig und unbefristet zu einem Streikverzicht auch bei vier Lufthansa-Töchtern bereit erklärt. 

Das Unternehmen hält aber weiterhin an der einseitig ausgelösten sogenannten "kleinen Schlichtung" fest, die sich ausschließlich um die wenigen Tarifthemen drehen soll, für die UFO Anfang November zwei Tage lang gestreikt hatte. Die Forderungen der Gewerkschaft: mehr Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie Wechselmöglichkeiten für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse. 

Schlichter waren noch nicht benannt

Am vergangenen Dienstag hatten beide Seiten dann eine umfassende Schlichtung zu weitaus mehr Themen und eine Moderation bei der Lufthansa-Kerngesellschaft vereinbart. Ihren jeweiligen Schlichter hatten beide Seiten noch nicht benannt und sich auf ein langes und kompliziertes Verfahren eingestellt. Zudem war der frühere UFO-Chef Nicoley Baublies entgegen vorherigen Vereinbarungen nicht wieder als Purser - ein Flugbegleiter mit Leitungsfunktion - bei der Fluggesellschaft eingestellt worden. Baublies war nach mehr als 15 Jahren Betriebszugehörigkeit im September fristlos gekündigt worden. Er hatte als früherer UFO-Chef den längsten Streik in der Geschichte der Lufthansa organisiert. 

Deutschland | Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa (picture-alliance/dpa/M. Balk)

Drohen bald wieder Streiks und Flugausfälle bei der Lufthansa?

Die Ufo will nach Baublies Worten zunächst die neue Situation intern bewerten. Der Verzicht auf die Schlichtung könne nicht das letzte Wort sein, sagte er. Er wies darauf hin, dass für die vier Lufthansa-Töchter keine Friedenspflicht gelte und daher Streiks erneut möglich seien. Bei der Lufthansa selbst sei die Kabine in der Friedenspflicht, aber dennoch zu Warnstreiks berechtigt. 

nob/se (dpa, afp)

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