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Archäologen stoßen auf 200 Silbermünzen

31. März 2017

Ein beeindruckender Münzfund: Auf dem Gelände der Varusschlacht bei Osnabrück haben Archäologen Silbermünzen der römischen Zeit ausgegraben. Ein Hinweis, dass hier ein großes Ereignis stattgefunden haben muss.

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Deutschland Über 200 römische Silbermünzen gefunden bei Osnabrück
Bild: picture-alliance/dpa/F. Gentsch

Der neue Schatzfund auf dem antiken Schlachtfeld im Stadtteil Kalkriese sei die bisher größte an einem Ort entdeckte Ansammlung von Münzen, sagte der Geschäftsführer der Varusschlacht-Gesellschaft, Joseph Rottmann.  

Bei den Münzen handele es sich um Denare der späten Römischen Republik und der Zeit des Kaisers Augustus. Nach einem Fund von acht römischen Goldmünzen im vergangenen Jahr werde damit einmal mehr die Bedeutung des Ortes deutlich: "Hier hat ohne Zweifel ein großes Ereignis stattgefunden", sagte Rottmann. 

Die Grabungen laufen bereits seit Beginn der Woche. Bisher seien die gerade entdeckten Münzen aber weder bearbeitet noch restauriert. Nach derzeitigen Erkenntnissen stammten die zuletzt geprägten Münzen aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. und zeigten die kaiserlichen Prinzen Gaius und Lucius Caesar. 

Deutschland Über 200 römische Silbermünzen gefunden bei Osnabrück
Mit einem Metalldetektor auf der Suche nach Münzen. Nummerierte Plastiklöffeln machen Funde kenntlichBild: picture-alliance/dpa/F. Gentsch

Der Archäologe und Grabungsleiter Marc Rappe sagte zu dem Fund: "Ob ein römischer Legionär schnell sein Erspartes verstecken wollte, bleibt genauso zu klären, wie die Art des Behältnisses." Möglicherweise handle es sich um einen Teil der Truppenkasse. "Mit 200 Denaren deckt man ungefähr den Jahressold eines einfachen Legionärs ab", erklärte er.

Germanen gegen Römer: Die Schlacht im Teutoburger Wald 
Während der Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. fielen auf einem Feld im heutigen Bramsche-Kalkriese rund 15.000 römische Soldaten. Sie unterstanden dem römischen Statthalter Publius Quintilius Varus. Die Legionen wurden vom Germanenfürsten Arminius, der in Rom zum Offizier ausgebildet worden war, in einen Hinterhalt gelockt und vernichtend geschlagen.

Deutschland Denkmal Hermannsdenkmal bei Hiddesen im Teutoburger Wald Historisch
Das Hermannsdenkmal um 1890Bild: picture-alliance/akg

1875 wurden am Ort der Schlacht das Hermannsdenkmal eingeweiht, das an den Cheruskerfürsten Arminus erinnern soll.  Mehr als 500.000 Besucher kommen jährlich, um von dort  die Fernsicht über Detmold zu genießen. Mit einer Höhe von knapp 54 Metern ist es die höchste Statue Deutschlands und war bis zur Erbauung der Freiheitsstatue 1886 die höchste Statue der westlichen Welt.

bb/ nw/suc (epd, www.kalkriese-varusschlacht.de)