Schalke und die Polizei weiter im Clinch | Fußball | DW | 12.09.2013
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Fußball

Schalke und die Polizei weiter im Clinch

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 muss sein Stadion vorläufig selbst schützen. Wegen eines Streits verweigert die Polizei einen Einsatz. Der verantwortliche Minister signalisiert allerdings Gesprächsbereitschaft.

Polizisten und Schalke-Anhänger im Schalle-Block beim Spiel gegen PAOK Saloniki. (Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Polizisten gehen im Heimblock mit drastischen Mitteln gegen Schalke-Anhänger vor

Keine Polizei mehr im Schalker Stadion - einen Tag nach dieser markigen Ankündigung bekräftigte der Innenimnister des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen Ralf Jäger (SPD) am Rande der Sportministerkonferenz diesen Schritt. Und erhob schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Vereins. "Das, was üblicherweise als Stadionordnung existiert, ist dort nicht umsetzbar", sagte Jäger. Der Club verfüge "nicht über ausreichendes Sicherheitspersonal", ein Teil der Schalker Ultras "ist gewalttätig und tritt der Polizei massiv gewalttätig entgegen. Das geht nicht." Jäger hatte am Donnerstag verkündet die Polizei werde sich aus dem Stadion in Gelsenkirchen zurückziehen. Grund ist ein Streit um das Verhalten der Polizei im Champions-League-Play-off-Spiel gegen PAOK Saloniki. Damit ist der Schalker Ordnungsdienst weitgehend auf sich allein gestellt. Die Polizei werde aber außerhalb des Stadions in ausreichender Mannzahl bereitstehen, um in Notsituationen eingreifen zu können, erklärte Jäger.

Die Polizei war bei dem Heimspiel der Schalker gegen Saloniki am 21. August dieses Jahres eingeschritten, um eine Provokation von Schalker Ultras durch das Zeigen einer umstrittenen Flagge mit einem mazedonischen Symbol zu unterbinden und Ausschreitungen griechischer Gästefans zu verhindern. Dabei setzte sie im Schalke-Block unter anderem Tränengas und Schlagstöcke ein, was zu einer Protestwelle von Fans und Verantwortlichen des Vereins geführt hatte. Schalke-Geschäftsführer Peter Peters hatte das Vorgehen der Sicherheitskräfte als "völlig unverhältnismäßig" kritisiert. Laut einem Bericht der Landesregierung waren bei dem Einsatz 80 Menschen, darunter auch Unbeteiligte, verletzt worden. Die Polizisten seien zuvor von Schalke-Fans massiv angegriffen worden, als sie in den Block eindrangen. Alle Aufforderungen, die Fahne zu entfernen, seien ignoriert worden.

Polizei: "Notwendig und rechtmäßig"

Die Gelsenkirchener Polizei und Polizeigewerkschaften hatten den Einsatz als "notwendig und rechtmäßig" bezeichnet und ihrerseits öffentliche Äußerungen der Schalke-Verantwortlichen angeprangert. "Zum Glück werden Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit von Polizeieinsätzen nicht von Fußballfunktionären beurteilt", hatte Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, erklärt. Und: Er unterstütze das Vorgehen von Innenminister Jägert: "Das ist die logische und richtige Konsequenz aus dem Verhalten der Schalker Verantwortlichen."

Seit längerem gibt es Streit um Kosten und Verhältnismäßigkeit von Polizeieinsätzen bei Fußballspielen in Deutschland. Der FC Schalke empfängt zum nächsten Heimspiel in der Champions League am Mittwoch (18.09.2013) Steaua Bukarest. Das nächste Liga-Heimspiel findet am 21. September gegen den FC Bayern München statt.

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