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DFB-Pokal-Viertelfinale

25. Januar 2011

In einem packenden Spiel hat sich Schalke mit dem 3:2-Sieg n.V. über Nürnberg als erstes Team für das Halbfinale des DFB-Pokals qualifiziert. Am Mittwoch hofft Zweitligist Aachen auf eine Überraschung gegen Bayern.

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Matchwinner Julian Draxler wird von seinem Teamkameraden Kyriakos Papadopoulos auf Schultern getragen und von Raul bejubelt. (Foto: Martin Meissner/AP/dapd)
Der Jüngste ist der GrößteBild: dapd

Fünf Minuten sind noch zu spielen in der Verlängerung des DFB-Pokal-Viertelfinales im Schalker Stadion, da wechselt Schalke-Trainer Felix Magath einen 17-Jährigen ein: Julian Draxler, der aus der eigenen Jugend kommt und zuletzt gegen Hannover sein Bundesliga-Debüt gab, steht bereit. Es ist der jüngste Schalker Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte. 2:2 steht es zu diesem Zeitpunkt, zweimal war Nürnberg in Führung gegangen, zweimal hat Schalke ausgeglichen. Nun schauen die Zuschauer gebannt auf die Stadionuhr, denn in wenigen Minuten heißt es: Elfmeterschießen.

Doch davon will der junge Julian Draxler nichts wissen. Er schnappt sich den Ball, umkurvt frech einen Gegenspieler und zieht konzentriert und mit voller Wucht mit links ab – Tor! 3:2 für Schalke. Die Entscheidung in vorletzter Minute, Schalke steht im Halbfinale. Das Stadion tobt, die Teamkollegen tragen den Matchwinner auf Schultern in die Fankurve. "Was gerade in mir vorgeht, kann man nicht beschreiben", strahlt Draxler kurze Zeit später. "Davon habe ich immer geträumt, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen." Lob gibt es auch von Trainer Magath: "Julian ist ein toller Junge. Er hat eine große Zukunft beim FC Schalke vor sich."

Schalkes harter Kampf wurde belohnt

Der Nürnberger Torschütze Julian Schieber (2.v.l.) feiert seinen Treffer mit seinen Teamkollegen. (Foto: Friso Gentsch dpa/lnw)
Zwei Treffer von Schieber reichen nichtBild: picture-alliance/dpa

Schon zu Beginn hatte Magath für eine Überraschung gesorgt und für den angeschlagenen Stürmer Klaas-Jan Huntelaar den 21-jährigen Mario Gavranovic auf das Feld geschickt. Der Schweizer hatte in dieser Saison erst acht Minuten gespielt. Und prompt erzielte Gavranovic sein erstes Pflichtspieltor für die Königsblauen (14. Minute) – allerdings erst, nachdem Julian Schieber die Nürnberger in Führung gebracht hatte (4.). Und Schieber war es in der 32. Minute erneut, der die Schalker schockte: Mit seinem Treffer zum 2:1 brachte er sie erneut unter Zugzwang.

Nach dem Seitenwechsel machte Schalke Druck, kam in der 58. Minute durch den Treffer von Ivan Rakitic zum verdienten Ausgleich und hatte mehrfach den Siegtreffer auf dem Fuß. Zwölf Ecken erkämpften sich die Schalker, doch Außenseiter Nürnberg rettete sich in die Verlängerung. Dann passierte lange nichts – bis zur Einwechslung von Julian Draxler. "Wenn man so ausscheidet, ist das natürlich bitter", sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. "Wir haben Vieles richtig gemacht, nach hinten raus konnten wir aber nicht mehr zulegen. Das ist ärgerlich. Wir hätten es packen können. Das Elfmeterschießen hätten wir gerne mitgenommen." Magath hingegen resümierte: "Wir wollen in das Finale, dazu haben wir die Tür aufgestoßen."

Aachen hofft auf den dritten Streich

Am Mittwoch stehen die restlichen drei Partien des Viertelfinales auf dem Programm, und es heißt dreimal 2. Liga gegen Bundesliga. Im Topspiel empfängt Alemannia Aachen den FC Bayern München. Zweimal schon konnte der Zweitligist den deutschen Rekordpokalsieger aus dem Wettbewerb werfen. Manager Erik Meijer hofft jetzt auf eine ganz spezielle Tugend seiner Alemannia: "Wir haben eine Straßenköter-Mentalität. Wir beißen, wo es geht und sind etwas anders und frech. Wir pinkeln gerne jemanden ans Bein". Der ehemalige Profi weiß, wovon er spricht. Beim ersten Pokaltriumph gegen die Bayern erzielte der damalige Aachener Angreifer den 2:1-Siegtreffer am 4. Februar 2004. "Ich habe den Spielern erzählt, wie das ist", meinte Meijer. Zweieinhalb Jahre später gelang den Aachenern beim 4:2 im Pokal-Achtelfinale noch ein Sieg über die Münchner.

Erik Meijer feiert sein Tor zum 2:1 beim Pokaltriumph über die Bayern im Februar 2004 (Foto: AP/Juergen Schwarz)
Erik Meijer feiert sein Tor zum 2:1 beim Pokaltriumph über die Bayern im Februar 2004Bild: AP

Dennoch sieht Mario Gomez, derzeit bester Bayern-Stürmer, sein Team deutlich im Vorteil. "Wir wollen ins Finale und sind klarer Favorit. Wir haben außerdem viel mehr Qualität, aber der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze", warnte Gomez, der mit 15 Treffern die Bundesliga-Torschützenliste gemeinsam mit dem Freiburger Papiss Cisse anführt. Unterdessen kehrt beim Rekordmeister keine Ruhe ein: Kapitän Mark van Bommel gab nach andauernden Querelen mit Trainer van Gaal seinen Wechsel zum italienischen Erstligisten AC Mailand bekannt. "Es war nicht so schwierig, in meiner Situation zum AC Mailand zu wechseln und ich bin darüber froh. Es macht mich stolz, dass der Verein mich will."

Cottbus und Duisburg fordern Erstligisten

Erneut für eine Überraschung will Energie Cottbus sorgen. Der Zweitligist hatte im Achtelfinale mit 3:1 beim VfL Wolfsburg gewonnen. Nun soll mit 1899 Hoffenheim ein weiterer Bundesligist bezwungen werden. Claus-Dieter Wollitz, Trainer der Lausitzer, bekundet aber großen Respekt vor dem Gegner. "Grundsätzlich ist es so, dass ein Erstligist wie Hoffenheim, der vor eineinhalb Jahren noch Herbstmeister war, gegen einen Zweitligisten der Favorit ist". Doch wollen Wollitz und seine Spieler die derzeitige Unruhe in Hoffenheim ausnutzen. Denn nach dem Weggang des Trainers Ralf Rangnick und der Spieler Luiz Gustavo und Demba Ba läuft es beim badischen Bundesligisten sportlich nicht gerade rund.

Im Achtelfinale brachte der MSV die Kölner zum Straucheln (Foto: Roberto Pfeil/dapd)
Im Achtelfinale brachte der MSV die Kölner zum StrauchelnBild: AP

Seine Außenseiterchance will auch der MSV Duisburg im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern nutzen. Der Zweitligist konnte schon in der letzten Runde die Partie beim 1. FC Köln mit 2:1 für sich entscheiden. Marco Kurz, Trainer des Aufsteigers aus der Pfalz, ist aber von den Fähigkeiten seines Teams überzeugt und ließ auch keine Elfmeter üben. Großer Hoffnungsträger der Lauterer ist Torjäger Srdjan Lakic, der in dieser Saison bisher 18 Tore in 20 Pflichtspielen geschossen hat - davon sieben allein im Pokal.

Der Einzug in die nächste Pokalrunde lohnt sich auch finanziell. So erhält jeder Halbfinalist vom DFB 1,75 Millionen Euro. Der Pokalsieger 2011 darf sich am 21. Mai in Berlin auf eine Siegprämie von 2,5 Millionen Euro freuen. Der unterlegene Endspiel-Teilnehmer erhält zwei Millionen.

Autoren: Arnulf Boettcher/Olivia Fritz
Redaktion: Stefan Nestler

Das DFB-Pokal-Viertelfinale im Überblick:

Dienstag, 25.01.2011:

FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg 3:2 (2:2; 1:2) nach Verlängerung

Mittwoch, 26.01.2011:

Energie Cottbus - 1899 Hoffenheim 19.00 Uhr MEZ

MSV Duisburg - 1. FC Kaiserslautern 19.00 Uhr MEZ

Alemannia Aachen - Bayern München 20.30 Uhr MEZ