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Bescherung für den Handel

Monika Lohmüller2. Dezember 2012

Weihnachten wird nicht gespart in Deutschland. Ob Bücher, Kleider oder Spielwaren, unter dem Tannenbaum werden wieder zahlreiche Geschenke liegen. Und wie alle Jahre wieder wird Qualität ganz groß geschrieben.

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Symbolbild Konsum stützt Aufschwung (Foto: dpa)
Symbolbild Konsum stützt AufschwungBild: picture-alliance/dpa

Der Handel wird sich freuen über das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young: die Deutschen sind zum Fest keineswegs knauserig. Durchschnittlich wollen sie in diesem Jahr 230 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind immerhin 17 Euro mehr als im Vorjahr – oder in Sachwerten ausgedrückt: Aus einer CD könnten in diesem Jahr durchaus zwei werden!

Ja, die Deutschen haben sogar große Lust einzukaufen vor dem Weihnachtsfest, sagt Thomas Harms, Handelsexperte bei Ernst & Young: "Insbesondere die Paare ohne Kinder wollen mehr ausgeben. Und wenn man es sich nach Altersgruppen anschaut, dann haben wir auch große Zuwächse bei den – wie wir sie heute nennen -  Best Agern". Jene Mitmenschen also zwischen 45 und 60 Jahren gehören zu den kauffreudigsten.

Thomas Harms, Handelsexperte von Ernst & Young, Unternehmensberatung. Quelle: Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft , Undatierte Aufnahme, Eingestellt 06.11.2012 ***ACHTUNG: Die Verwendung dieses Pressebildes ist ausschließlich im Rahmen redaktioneller Berichterstattung erlaubt.***
Handelsexperte Thomas Harms: Zuwächse bei Best AgernBild: Ernst & Young GmbH

Gegen den allgemeinen Stimmungstrend wollen Verbraucher im Alter zwischen 36 und 45 Jahren aber ihre Weihnachtsausgaben durchschnittlich um elf auf 232 Euro kürzen. "Diese Generation schlägt besonders früh auf eine drohende Konjunkturkrise an", so Harms.

Dass die Kassen in diesem Jahr etwas lauter klingeln werden, das liegt zum einen daran, dass rund 41 Millionen Menschen in Deutschland derzeit erwerbstätig sind. Eine Rekordzahl nach der Wiedervereinigung. Zum anderen hat die Schuldenkrise in der Eurozone das Land noch nicht erreicht. Die Schwierigkeiten in Südeuropa sind dem Empfinden nach weit weg.

Bücher, Kleider, Spielwaren

Beim Kauf eines Weihnachtsgeschenkes wird laut Studie besonders auf Qualität und fachkundigen Rat geachtet. Das war auch in den vergangenen Jahren der Fall, sagt Thomas Harms. Auch die Rangliste der beliebtesten Präsente habe sich nicht maßgeblich verändert: Bücher, stehen immer noch ganz oben, wie auch Kleidung und Spielwaren: "Verloren haben im Trend sehr stark CDs. Und auch der Anteil der Menschen, die Bücher kaufen wollen, geht zurück. Aber nach wie vor ist das der Renner unter den Geschenken, die tatsächlich gekauft werden."

Die "absolute Nummer eins", so Harms, seien allerdings Geldgeschenke: "Das führe ich auch auf die Rabattschlachten nach dem Weihnachtsfest zurück." Dann wird die Ware kräftig reduziert in den Geschäften. Und wenn die Preise purzeln, dann bekommen die Kunden mehr für ihr Geld.

Auch nach einer Umfrage des Marktforschungsunternehmen GfK werden die Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr üppiger ausfallen. Danach soll sogar jeder Verbraucher für seine Lieben im Durchschnitt 285 Euro ausgeben. Darunter: viel Bares. Die GfK schätzt, dass die Geldgeschenke zu Weihnachten ein Volumen von etwa 3,4 Milliarden Euro umfassen - das wäre ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Online einkaufen ganz groß in Mode

Nach Angaben der Unternehmensberatung Ernst & Young  fließt in Fachgeschäfte im Schnitt mit 118 Euro gut die Hälfte des Weihnachtsbudgets. 18 Euro mehr als im Vorjahr. Kaufhäuser und Einkaufszentren müssten dagegen mit einem leichten Rückgang von 50 auf 46 Euro rechnen. Dank junger Kundschaft geht es beim Online-Handel weiter aufwärts: "Fast ein Drittel der Konsumenten wollen ihre Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen", so Handelsexperte Harms. Dafür gäben sie zwischen 40 und 44 Euro aus.

Geschenke marschieren
Wie alle Jahre wieder: zahlreiche Geschenke auf dem GabentischBild: Fotolia/julien tromeur

Geschenke gehören an Weihnachten für die Deutschen also auch weiterhin auf den Gabentisch. Und in diesem Jahr darf es eben ein bißchen mehr sein. Das schürt Erwartungen beim Einzelhandel. Erstmals wird damit gerechnet, dass über 80 Milliarden Euro umgesetzt werden, ließ der Handelsverband Deutschland (HDE) wissen. Dazu beitragen werden auch die zahlreichen Weihnachtsmärkte in Deutschland. Sie ziehen immer mehr Shopping-Touristen an. Und die lassen nicht nur die Kassen am Glühweinstand klingeln, sondern auch in den Geschäften der weihnachtlich dekorierten Innenstädte.