Sauerstoffaffäre: Stefan Luitz verliert ersten Weltcup-Sieg | Sport | DW | 10.01.2019
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Ski alpin

Sauerstoffaffäre: Stefan Luitz verliert ersten Weltcup-Sieg

Der Ski-Weltverband FIS erkennt Stefan Luitz dessen ersten Weltcup-Sieg ab. Begründung: Er habe durch die Nutzung von Sauerstoff gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen. Er müsse aber keine Sperre fürchten.

Skirennläufer Stefan Luitz hat seinen ersten Weltcup-Sieg wieder verloren. Wie der Ski-Weltverband FIS am Donnerstag bekanntgab, habe der Allgäuer am 2. Dezember beim Riesenslalom in Beaver Creek/USA durch die Nutzung von Sauerstoff gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen. Der Sieg werde Luitz daher aberkannt, er muss auch sein Preisgeld in Höhe von rund 40.000 Euro zurückgeben. Luitz will dagegen aber juristisch vorgehen. Sieger des Rennens ist vorläufig Marcel Hirscher aus Österreich.

Luitz: "Die Ärzte haben gesagt: Es ist okay"

Luitz hatte in Beaver Creek zwischen beiden Läufen über eine Maske reinen Sauerstoff eingeatmet, die Nutzung bei einem Rennen ist laut Artikel 2.12 der FIS-Anti-Doping-Regeln allerdings untersagt - im Gegensatz zum Training. Die FIS wies in ihrer Begründung nun auch selbst darauf hin, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die Nutzung von Sauerstoff nicht verbiete, "bestimmte wissenschaftliche und medizinische Ausrüstung" sei nach FIS-Reglement an den Wettkampfstätten aber untersagt. Zudem betonte die FIS, Luitz' Vergehen sei kein Dopingverstoß, sondern lediglich ein Regelverstoß.

Stefan Luitz Skirennläufer (picture-alliance/dpa/N. Bilow)

Stefan Luitz, WM-Bronzemedaillengewinner mit dem Team 2013, fährt seit 2011 im Weltcup

"Diese Regel, die gibt es nunmal. Keiner von uns hat davon gewusst. Wir haben alles versucht, das im Vorfeld abzuklären", versuchte Luitz seinen Regelbruch im vergangenen Dezember zu erklären. "Die obersten Ärzte haben gesagt: 'Es ist okay.' Es war dann etwas irritierend für uns, dass die Regel aufgetaucht ist."

Die WADA erlaubt die Sauerstoffnutzung

Luitz will nun beim Internationalen Sportgerichtshof CAS eine einstweilige Aussetzung des FIS-Urteils beantragen. Er würde damit zunächst auch seine 100 Weltcup-Punkte für seinen Sieg in Beaver Creek behalten und damit auch seinen derzeitigen Platz in der Startliste, zunächst für das Rennen in Adelboden am Samstag. Offiziell Einspruch gegen die Disqualifikation beim CAS kann er bis zum 31. Januar einlegen. "Wir haben vollstes Verständnis für die weiteren Schritte, die Stefan Luitz jetzt gehen möchte", sagte DSV-Sprecher Ralph Eder.

Luitz hatte die nachträgliche Disqualifikation Mitte Dezember nach reiflicher Überlegung zunächst nicht akzeptiert und kurz nach Weihnachten eine Anhörung bei der FIS verlangt. Er halte die Disqualifikation "für ungerecht", sagte er. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte sich in dem Fall erwartungsgemäß hinter den 26 Jahre alten Allgäuer gestellt, den Verstoß mehrfach eingeräumt und betont, er sei sich des Verbots von Sauerstoff durch die FIS an einer Rennstrecke nicht bewusst gewesen. Die WADA erlaubt die Sauerstoffnutzung seit Januar 2018.

jst/asz (sid/dpa)