Saudische Allianz bombardiert Jemens Hauptstadt Sanaa | Aktuell Nahost | DW | 13.12.2017
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Krieg im Jemen

Saudische Allianz bombardiert Jemens Hauptstadt Sanaa

Fast 40 Todesopfer und etwa 90 Verletzte - so die Bilanz nach der jüngsten Angriffswelle des von Saudi-Arabien geführten Militärbündnisses. Getroffen wurde auch ein Gefängnis der Huthi-Rebellen im Jemen.

Jemen, ein militanter Houthi geht an einem von Houthi geführten Haftzentrum vorbei, nachdem es von Luftangriffen in Sanaa getroffen wurde (Reuters/K.Abdullah)

Das bei dem Angriff zerstörte Gefangenenlager der Huthi-Rebellen in Sanaa

Die Kampfjets flogen laut Augenzeugen insgesamt sieben Angriffe auf die Hauptstadt im Jemen. Ein Ziel war ein Gefangenenlager, das von Militärpolizei kontrolliert wird, die den Huthi-Rebellen unterstellt ist. Nach Angaben eines Wachmanns schlug eine Bombe in einem Trakt ein, in dem sich Häftlinge aufhielten. Als diese versucht hätten zu fliehen, sei das Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Sanaa voll getroffen worden. Die meisten der 180 Gefangenen seien an der "Kriegsfront" im Jemen festgenommen worden.

Houthis tragen die Leiche eines Mannes, der durch Luftangriffe in ein von Houthi geführtes Haftzentrum in Sanaa getötet wurde (Reuters/K.Abdullah)

Huthi-Kämpfer bergen ein Opfer

"Kein Platz um zu leben"

Hilfsorganisationen schlugen angesichts der Not der Zivilisten in dem Konflikt nochmals Alarm. Bei den anhaltenden Gefechten seien in der vergangenen Tagen wieder Dutzende Menschen getötet worden, sagte Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von "Aktion Deutschland Hilft". Zwischen dem Kugelhagel bleibe kaum noch Platz für Hilfe und jegliches Leben. Zusätzlich seien an der Cholera-Epidemie inzwischen 2200 Menschen gestorben. Die Zahl der Verdachtsfälle stieg nach ihren Worten auf 900.000.

Hungersnot im Jemen, Südsudan und in Somalia (obs/UNO-Flüchtlingshilfe/UNHCR/M. Hamoud)

Die Hungersnot ist groß im Jemen - besonders leiden die Kinder unter dem Krieg

Roßbach wies darauf hin, dass 20 Millionen Menschen in dem südarabischen Land dringend auf Hilfe angewiesen seien. Eine Flucht ist für Jemeniten laut der Helfer nicht möglich: Die Grenzen zu Saudi-Arabien sind abgeriegelt. Die Länder auf der anderen Meeresseite - Dschibuti, Eritrea und Somalia - seien keine sicheren Anlaufstellen.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hatte 2015 in den Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen eingegriffen. Die Allianz will den sunnitischen und international anerkannten Präsidenten Abdel Rabbu Mansur Hadi wieder ins Amt bringen. 

se/sam (rtr, ap, afp, dpa)

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