Saudische Airline stoppt Flüge nach Kanada | Aktuell Welt | DW | 07.08.2018
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Internationale Beziehungen

Saudische Airline stoppt Flüge nach Kanada

Nach einem Tweet der kanadischen Außenministerin geht der Schlagabtausch mit dem sunnitischen Königreich in die nächste Runde. Die Saudis wollen partout nicht an die Menschenrechte erinnert werden.

Philippinen Flugzeug der Fluggesellschaft Saudia in Pasay (picture-alliance/AP Photo/MIAA Media Affairs Division)

Eine Maschine der Saudi Arabian Airline (Archivbild)

Die diplomatische Krise zwischen Saudi-Arabien und Kanada spitzt sich zu: Die staatliche saudi-arabische Fluglinie Saudia Airlines kündigte an, mit Beginn der kommenden Woche alle Flüge von und nach Toronto zu stoppen.

Auslöser der Verwerfungen im Verhältnis beider Länder war ein Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland vom Donnerstag. Darin heißt es, Kanada sei ernsthaft besorgt wegen neuer Festnahmen von Aktivistinnen für die Zivilgesellschaft sowie Frauenrechte in Saudi-Arabien, einschließlich Samar Badawi. "Wir bitten die saudi-arabischen Behörden dringend, sie und alle anderen friedlichen Menschenrechtsaktivisten freizulassen."

Samar ist die Schwester des bekannten Bloggers Raif Badawi, der ebenfalls in Saudi-Arabien inhaftiert ist. Seine Ehefrau Ensaf Haidar hat gemeinsam mit ihren drei Kindern erst vor kurzem die kanadische Staatsbürgerschaft erhalten.

Persona non grata

Die Regierung in Riad erklärte den kanadischen Botschafter Dennis Horak am Montag zur unerwünschten Person und verwies ihn des Landes. Gleichzeitig rief die saudi-arabische Führung ihren Botschafter in Kanada zu Konsultationen zurück.

Kanadische Außenministerin Chrystia Freeland (picture alliance/AP/G. Robins/The Canadian Press)

Tritt ein für "Meinungsfreiheit weltweit": Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland (Archivbild)

Das saudi-arabische Außenministerium betonte, es handle sich um eine eklatante und unzulässige Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes, die gegen alle internationalen Normen und Protokolle verstoße. Zudem fror das ultrakonservative Königreich ein erst vor kurzem geschlossenes Handelsabkommen mit Kanada sowie alle neuen Investitionen ein.

Freeland zeigte sich besorgt über die Ausweisung des Botschafters, betonte aber zugleich, Kanada werde sich "immer für den Schutz der Menschenrechte einsetzen, einschließlich der Rechte der Frauen und der Meinungsfreiheit weltweit".

jj/ie (dpa, afp)

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