Saudi-Arabien verspricht Millionen-Hilfe für Palästinenser | Aktuell Nahost | DW | 28.11.2018
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UN-Hilfswerk

Saudi-Arabien verspricht Millionen-Hilfe für Palästinenser

Nach dem Zahlungsstopp der USA hat Saudi-Arabien dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge Hilfsgelder in Millionenhöhe zugesagt. Doch die Finanzlücke bleibt und den Menschen fehlen noch immer Lebensmittel.

Saudi Arabien Riad - Hilfsgüter des King Salman Humanitarian Aid and Relief Center für Yemen (Foto: picture-alliance/AP Images/J. Gambrell)

Saudi-Arabien und weitere Staaten versorgen mit Nahrungsmitteln die Palästinensergebiete (Archivbild)

Der Leiter des König Salman Zentrums für humanitäre Hilfe, Abdullah al-Rabia, hat in Riad dem Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) Hilfsgelder in Höhe von 50 Millionen US-Dollar (rund 44 Millionen Euro) in Aussicht gestellt. Das berichtete der staatliche saudische Fernsehsender Al-Achbaria ohne Nennung weiterer Details. Mit dieser Zusage bestätigte Al-Rabia Angaben von UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl, der bereits Mitte November eine Zahlung von Hilfsgeldern durch Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar bekanntgegeben hatte.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende August angekündigt, alle Zahlungen an das UN-Hilfswerk einzustellen. Im vergangenen Jahr hatten sich die USA mit rund 365 Millionen US-Dollar an dem Hilfswerk beteiligt und waren lange der größte Geldgeber des rund eine Milliarde umfassenden UNRWA-Hilfsfonds. Zusätzlich hatte die US-Regierung bereits mehr als 200 Millionen Dollar an Hilfen für die Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland gestrichen, die nicht über das UNRWA laufen. 

Haushaltsloch nicht gefüllt

Nach der Ankündigung der USA hatte UNRWA Ende September am Rande der UN-Vollversammlung rund 118 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, unter anderem aus Deutschland und der Europäischen Union. Dennoch blieb zunächst eine Finanzierungslücke in Höhe von 68 Millionen Dollar, was zu massiven Schwierigkeiten führte, den Betrieb von Schulen und Kliniken weiter zu finanzieren. Nach Angaben von Krähenbühl wurde die Finanzierungslücke durch die Zusagen arabischer und europäischer Länder aber weitgehend geschlossen. Das Haushaltsloch sei von 446 Millionen Dollar auf 21 Millionen Dollar geschrumpft.

Das UNRWA kümmert sich um die rund fünf Millionen registrierten Flüchtlinge in Jordanien, Syrien, dem Libanon und in den Palästinensergebieten, die im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben wurden oder geflohen sind. Im Gazastreifen sind rund eine Million Menschen abhängig von der Nahrungsmittelversorgung durch die UN - etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung.

sam/stu (afp, dpa)

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